Gartenkultur Es duftet so fein am Illertisser Museum

Für den Verein für ging mit der Eröffnung des neuen Gartens der Düfte ein sehnlicher Wunsch in Erfüllung.
Für den Verein für ging mit der Eröffnung des neuen Gartens der Düfte ein sehnlicher Wunsch in Erfüllung. © Foto: Manuela Rapp
Illertissen / Manuela Rapp 25.06.2018
Das Gelände der Stiftung an der Jungviehweide in Illertissen ist um eine Attraktion reicher: Am Wochenende war Einweihungsfeier mit vielen Besuchern.

Für Thea Zedelmeier ist es ein „Sommernachtstraum“, obgleich die Temperaturen schon fast an einen frühherbstlichen Abend denken ließen. Für die Vorsitzende der „Förderer der Gartenkultur“ ging am Samstagabend ein großer Wunsch in Erfüllung. Der „Garten der Düfte“ wird das Museumsgelände auf der Illertisser Jungviehweide künftig als weitere Attraktion bereichern. „Es fühlt sich wie ein Traum an“, beschreibt Thea Zedelmeier, wie es gerade in ihr aussieht. Vor wenigen Minuten hatten Bürgermeister Jürgen Eisen und Elmar Betz, Direktor der Volksbank Ulm-Biberach, mit einem Scherenschnitt den Weg für die Öffentlichkeit in das zehn mal zehn Meter große Areal frei gemacht.

Ein Novum in Deutschland sei dieser „Garten der Düfte“, wandte sich der Moderator der Feier,. Ansgar Batzner, an die Besucher, die er in „Genießer, Schaffer, Gartenfreunde, Ermöglicher, Menschen, die Lust haben, im einzigartigen Ambiente zu chillen“, kategorisierte. Der Bürgermeister attestierte eine Attraktivitätssteigerung für die Stadt und bedankte sich bei allen Unterstützern.

Dies tat auch Elmar Betz von der Volksbank. Weiter erklärte er: „Schön, hier zu sein, um die Vollendung des Projektes zu sehen.“ Anfangs habe er sich’s nicht so recht vorstellen können. Doch der tolle Einsatz und die Begeisterung des Vereins überzeugten ihn. Noch einmal erinnerte der Direktor an das Crowdfunding, mit dem der Förderverein über die Online-Plattform der Bank Kapital für die Realisierung des Projektes sammelte. „Für jede fünf Euro-Spende haben wir das Doppelte draufgelegt.“ Blumig meinte er: „Das Geld duftet ab heute mit riesiger Rendite.“ Immerhin rund 8500 Euro sind auf diese Weise zusammengekommen.  Den Rest hat der Verein laut Thea Zedelmeier aus eigener Tasche bestritten: „Über 20.000 Euro hat unser ‚Garten der Düfte’ insgesamt gekostet.“

Idee, aber kein Geld

Dabei hatte die Vereinschefin am Anfang nicht an eine Realisierung geglaubt: „Man hat plötzlich eine Idee, doch fehlt das Geld.“ Aber: „Weil die Idee gut ist, taucht plötzlich ein Projektpartner auf.“ Dank des Crowdfundings wurde ihr Sommernachtstraum nun doch wahr. Und so reiht sich die Neuschöpfung nun in die Reihe bereits bestehender Themengärten. Mit einer ganzen Reihe von Gewächsen wurde der „Garten der Düfte“, dessen Konzept vom Weißenhorner Garten- und Landschaftsbauer Caesar August Scheiner stammt, bepflanzt. „Riechen Sie mal“, fordert Dieter Gaißmayer auf. An was erinnert der Duft nur? Der Staudengärtner und Beisitzer des Fördervereins schmunzelt: „Das ist eine Gummibärenpflanze.“ Ob Zwiebelblüher, Gehölze, Einjährige oder Stauden: „Man wird immer etwas riechen“, fügt Thea Zedelmeier an. „Vieles duftet am Tag, manches in der Nacht.“ Selbst im Winter gebe es Düfte. „Es soll hier durchgehend etwas blühen. Unser Ziel ist es, einen Raum zu schaffen, wo man als Besucher ganzjährig hingehen kann.“

Überhaupt: Düfte seien immer subjektiv, hätten viele Eigenschaften. „Man kann sich ihnen nicht entziehen, sie berühren“, findet die ausgebildete Wildkräuterführerin. Und sie riefen Erinnerungen hervor. Aber auch mit Farben hätten sie zu tun. Entsprechend hierzu sind laut Thea Zedelmeier auch die farbigen Glasbausteine im Kreis angeordnet: „Als Pendant zum ‚Garten der Farben’.“ Wer sich mit dem Duftgarten beschäftigt, stellt die vielen Teilungen fest. „Man könnte bei zwei anfangen, also Tag und Nacht“, sagt die Vorsitzende. Bei der Zahl vier nennt sie die Elemente, Himmelsrichtungen oder Jahreszeiten, bei zwölf die Sternkreiszeichen und Monate. Wer sich darauf einlasse, könne noch vieles mehr entdecken –  Verbindungen zu Mythen etwa.

„Bestimmte Pflanzen zeigen, dass sie nicht passen“, sagt Garten-Patin Annette Born. Man müsse ein Gefühl für den Garten entwickeln. „Je stimmiger der Gärtner sich darauf einlässt, desto stimmiger wird der Garten.“

Freigelände und Ausstellungen

Förderer Die Stiftung Gartenkultur wurde 2010 gegründet. Herzstück der Stiftung ist das Museum auf der Jungviehweide bei Illertissen, unterstützt wird es von dem Verein zur Förderung der Gartenkultur. Auf dem Freigelände sind in den vergangenen Jahren mehrere Themengärten entstanden. Das Museum selbst bietet Schwerpunktausstellungen, Seminare und viele weitere Aktionen – eine Übersicht gibt es online unter der Adresse museum-der-gartenkultur.de

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