Sport Erstes Rally-Obedience-Turnier in Langenau

Vereinsmitglied Vroni Hubert ist mit ihrem Hund Anni in der leichten Leistungsklasse 1 gestartet.
Vereinsmitglied Vroni Hubert ist mit ihrem Hund Anni in der leichten Leistungsklasse 1 gestartet. © Foto: Josephine Schuster
Langenau / Josephine Schuster 02.08.2018

Rally Obedience: Eine Hundesportart aus Amerika, die erst seit ein paar Jahren auch mehr und mehr Hundebesitzer in Deutschland begeistert. Der Verein Hundefreunde Langenau hat nun seinen eigenen Wettkampf in diesem Bereich ausgerichtet: Kürzlich zeigten beim ersten Riedturnier Hund und Herrchen, wie gut sie als Team funktionieren.

Jürgen Hamm, Schriftführer im Verein, freut sich, dass knapp 60 Anmeldungen in fünf Leistungsklassen eingegangen waren. „Wir wollten eine Alternative zu den Turnieren im Agility- und Obedience-Bereich bieten.“ Außerdem sei der Platz für Agility einfach zu klein – dabei müssen Hund und Mensch einen Hindernisparcours so schnell wie möglich durchlaufen.

Beim Rally Obedience könne jeder Hund und jeder Besitzer mitmachen. „Egal wie alt oder fit oder welche Rasse“, sagt Hamm. Es gibt eine Beginnerklasse, eine Seniorenklasse und die Leistungsklassen eins, zwei und drei, die immer schwerere Aufgaben beinhalten. Man lerne durch das Training, das Tier zu lesen und es stärke die Bindung. Das Tier sei außerdem geistig ausgelasteter, als wenn man „nur“ Gassi ginge.

Die meisten Teilnehmer zelten am Hundeplatz und machen einen Familienausflug aus dem Turnierbesuch. Die Stimmung ist locker. Die Teams bekommen Applaus und anerkennendes Schulterklopfen, man gönnt sich den Erfolg. Jeder startet mit 100 Punkten und dann gibt es Abzug für Fehler. Schilder zeigen an, welche Übung zu machen  ist.

Monika Gerrits ist mit ihrem Kromfohrländer Tarantella extra aus Regensburg angereist. Die beiden erreichen in der vorgegebenen Zeit von maximal vier Minuten mit „Sitz”, „Platz“, Slalom und verschiedenen Drehungen 82 Punkte. Die Hitze macht der Hündin etwas zu schaffen. „Wir machen das Training seit zwei Jahren und unsere Bindung hat sich auch im Alltag verbessert“, sagt Gerrits. Man sollte schon jeden Tag üben. Denn nur durch Wiederholungen lernen die Hunde, was zu tun ist. „Sie stellen sich gern den Aufgaben und brauchen das auch.“

Turnier soll wiederholt werden

Das sieht auch die Wertungsrichterin Susi Scherrenbacher so. Sie ist mit der ganzen Familie aus Urbach im Remstal angereist und freut sich, dass es seit diesem Jahr auch Kreis-, Landes- und deutsche Meisterschaften im Rally Obedience gibt. „Es ist nicht so streng wie beim normalen Obedience. Hier darf man loben und Leckerlis geben während des Parcours. Man kommuniziert mehr mit dem Hund und das mag ich sehr“, sagt sie. Schimpfen und Gewalt gegenüber dem Tier seien nicht gern gesehen. Fair bleiben sei das oberste Gebot.

Die Hundefreunde Langenau bieten neben einer Mitgliedschaft auch Zehnerkarten für den Hundeplatz an. „Wir wollen möglichst familienfreundliche Preise machen. Deshalb sind wir auch froh, dass wir bei so einem Turnier, das recht teuer in der Umsetzung ist, von Sponsoren aus der Region unterstützt werden”, erzählt Jürgen Hamm. Einen Tipp fürs Training mit dem Vierbeiner hat er noch: „Zwergerlsuchen“.

Als Zwergerl werden hier kleine Säckchen bezeichnet, die aus unterschiedlichem Material bestehen und die der Hund suchen muss. Es fordert ihn, die Beschaffenheit des Säckchens zu kauen und sie zu suchen. Das geht zu Hause und im Wald und der Hund ist richtig gut ausgelastet.” Generell seien hier alle daran interessiert, sich mit ihrem Tier zu beschäftigen und hätten einfach Spaß daran, zusammen etwas zu erreichen. „Das Turnier werden wir im nächsten Jahr sicher wieder veranstalten.”

Kommunikation steht im Vordergrund

Sportart Bei der noch recht jungen Sportart Rally Obedience (zu Deutsch: Gehorsam) steht die Kommunikation und die partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Mensch und Hund im Vordergrund. Es gibt einen Parcours aus mehreren Stationen: Dazu gehören etwa Übungen wie „Sitz“ und „Platz“, Richtungsänderungen, Slalom und Hürdenlauf. Bewertet werden dabei die korrekte Ausführung der Übungen und die benötigte Zeit.

Voraussetzungen Man muss kein Vereinsmitglied sein, um an einem Turnier der Hundefreunde Langenau teilnehmen zu können. Das Tier muss aber mindestens 18 Monate alt sein und die Begleithundeprüfung bestanden haben.

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