Mobilität Erste E-Ladestation auf der Blaubeurer Alb

Bürgermeister Bernd Mangold steckt das Kabel des Elektroautos zum „Tanken“ in die neue Ladestation in Berghülen.
Bürgermeister Bernd Mangold steckt das Kabel des Elektroautos zum „Tanken“ in die neue Ladestation in Berghülen. © Foto: Thomas Spanhel
Berghülen / Thomas Spanhel 06.12.2017
Der in Berghülen ökologisch hergestellte Strom kann jetzt fürs eigene Elektroauto genutzt werden. Für ein Jahr ist er kostenlos.

„In zehn Minuten ist Strom für zehn Kilometer geladen“: Rolf Böhringer hat schon einige Erfahrung mit dem Auftanken seines drei Jahre alten Elektro-BMW und freut sich sehr über die neue Möglichkeit, das nun in Berghülens Ortsmitte günstig tun zu können. „Die erste kommunale E-Ladestation in der Region“, sagt Berghülens Bürgermeister Bernd Mangold stolz.

Bis Ende 2018 kann jeder, der die öffentliche Station nutzen will, mit einer Ladekarte oder einem Code auf dem Smartphone kostenlos seine Autobatterie füllen, sagt Maria-Pia Morrone vom Energieversorger Albwerk aus Geislingen. Um eine leergefahrene Batterie mit dem heute üblichen Ladestecker „Typ 2“ wieder komplett zur Verfügung zu haben, dauere es rund drei Stunden. Voraussetzung ist, dass man sich bei dem Verbund „Ladenetz.de“ anmelde. Hinterher könne man dann rund 200 Kilometer umweltbewusst unterwegs sein.

Das Albwerk hat für die Netzanbindung der Ladesäule gesorgt. Das war gar nicht so einfach, weil eine eigene Leitung vom Umspannwerk gelegt werden musste, berichtete Thorsten Gamm, Prokurist beim Albwerk. In dem Verbund „Ladenetz.de“, zu dem auch das Albwerk gehört, sind 124 Stadtwerke in Deutschland zusammengeschlossen, um ein möglichst umfassendes Netz mit E-Ladestationen aufzubauen. Auch andere Stromanbieter wie ENBW haben sich mit sogenannten Roaming-Vereinbarungen angeschlossen. „Vor drei Jahren musste ich noch für jede Ladestation eine eigene Nutzer-Karte anfordern, das ist jetzt nicht mehr nötig“, berichtet Böhringer.

Der Gemeinderat hatte die insgesamt 11 000 Euro teure Einrichtung beauftragt – er erhielt einen Bundeszuschuss von 4700 Euro und einen 1000-Euro-Zuschuss des „Verbunds der Erzeuger erneuerbarer Energie“. „Wir wollen die Leute auf der Laichinger Alb anregen, möglichst viel regenerative Energie vor Ort zu nutzen, damit sich die umweltfreundlichen Anlagen in der Region auch rechnen, wenn der stabile Einspeise-Preis wegfällt“, erläuterte Hans Baumann, ebenso wie Böhringer Vorsitzender des Verbunds.

Schub für Elektro-Mobilität

Das ist auch ein Anliegen von Bürgermeister Mangold, der darauf verweist, dass die Albgemeinde im Jahr 2016 schon 18,7 Millionen Kilowatt Strom selbst mit Hilfe regenerativer Energie produziert habe – bei einem eigenen Verbrauch von nur 7,5 Millionen Kilowatt. Und natürlich soll die Station auch etwas dazu beitragen, die Ortsmitte zu beleben. „Wir können gar nicht genügend Ladestationen haben“, kommentiert Böhringer mit Blick auf eine bestehende private E-Ladestation. Wenn die Gemeinden mitmachen, erzeuge das einen besonderen Schub.