Nur noch acht Jahre, dann ist die Deponie „Siegerstall-Katzensteige“  bei Blaubeuren-Asch voll. Um das zu verhindern, hat der Ausschuss für Umwelt und Technik des Kreistags jetzt eine Erweiterung der Deponiefläche beschlossen. Mit diesem Beschluss im Rücken wird die Kreisverwaltung nun die Genehmigung beantragen. Vorausgesetzt, das Regierungspräsidium Tübingen gibt seine Zustimmung, können dort zusätzlich etwa 1,2 Millionen Kubikmeter Erdaushub deponiert werden. Nach Berechnung von Ulrike Gläser, im Landratsamt Leiterin des Fachdienstes Abfallwirtschaft, sollte das für mindestens 24 weitere Jahre reichen.

Die Deponie dürfte außerhalb von Blaubeuren nicht allzu vielen Bürgern bekannt sein. Das gilt auch für die Kreisräte. So fragte Klara Dorner (SPD) ausdrücklich bei Ulrike Gläser nach, ob zum Beispiel auch Bürger aus Blaustein dorthin Erdaushub bringen können. Nicht nur aus Blaustein, sondern aus dem gesamten Alb-Donau-Kreis, sagte die Fachdienstleiterin. Denn: Der Landkreis sei Inhaber der Deponie-Genehmigung.

Den Betrieb hat der Kreis jedoch schon im Jahr 1987 an die Stadt Blaubeuren übertragen. Die Kommune ihrerseits schloss einen Vertrag mit einem Unternehmen, das somit für Betrieb und Unterhalt zuständig ist. Diese Firma ist Gläser zufolge auch Eigentümerin der Flächen, einschließlich der 63 000 Quadratmeter für die Erweiterung.

Verträge abklopfen

Ist diese Vertrags-Konstellation noch zeitgemäß?, fragte Kreisrat Manfred Strobel (SPD). Schließlich sollten alle Kreis-Deponien nach demselben System betrieben werden. Die Deponie bei Asch sei kein Einzelfall, sagte Gläser. Weitere Beispiele gebe es etwa in Schelklingen-Justingen und bei Hüttisheim. Gleichwohl werde sie die Verträge auf Verbesserungsmöglichkeiten für den Kreis abklopfen.

Hintergrund ist die Überarbeitung der Abfallwirtschaftskonzeption des Landkreises. So übernimmt der Alb-Donau-Kreis zum 1. Januar 2023 wieder die Abfuhr des Hausmülls von den Kommunen. Zudem soll das Einsammeln der verwertbaren Verpackungen neu geregelt werden. In diesem Zusammenhang werde auch die Frage des Deponiebetriebs neu bewertet, sagte Landrat Heiner Scheffold: „Wir schauen uns das im Rahmen der neuen Abfallwirtschaftskonzeption an.“ Dabei dürften auch die Finanzen eine gewichtige Rolle spielen. Schließlich ist der Deponiebetrieb für den Landkreis kostenlos. Ulrike Gläser zufolge kommen nach aktuellem Stand auch keine Nachsorgekosten auf den Kreis zu.

Frieder Bohnacker, Grünen-Kreisrat aus Asch, hatte keine Einwände gegen die Deponie-Erweiterung aber eine Reihe von Fragen: Ob bei der Zufahrt zur Deponie auf der Kreisstraße 7406 nach Bermaringen ein Tempo­limit geplant sei. Mit der Erweiterung sei mit zunehmendem Lkw-Verkehr auf der bei Motorradfahrern beliebten Strecke zu rechnen. Das werde innerhalb des Genehmigungsverfahren geklärt, lautete die Auskunft der Verwaltung. Auf jeden Fall werde eine Reifen-Waschanlage installiert, damit weniger Schmutz von der Deponie auf die Straße gelange, sagte Gläser. Ob die Retentionsflächen für Regenwasser ausreichend dimensioniert seien, wollte Bohnacker weiter wissen. Rechnerisch schon, antwortete die Fachdienstleiterin. „Aber Starkregen haben Sie nie im Griff.“

Später Landwirtschaft und Biotope


Rekultivierung In spätestens 30 Jahren  dürfte die Deponie „Siegerstall-Katzensteig“ mit Erdaushub aufgefüllt sein. Teilweise könne auf den Flächen wieder Landwirtschaft betrieben werden, sagt Fachdienstleiterin Ulrike Gläser. Andere Teile sollen zu Biotopen gestaltet oder sich selbst überlassen werden. Kreisrat Frieder Bohnacker (Grüne) plädiert für das Pflanzen von Hecken und niedrigen Bäumen. Damit die 20 Meter hohe Deponie „optisch erträglich“ bleibe.