Brandschutz Fahrzeug und Einsatzleiter für Erbacher Feuerwehr

Der neue Kommandowagen der Erbacher Feuerwehr wurde am Dienstag geweiht. Heute beginnt der erste Einsatzleiter vom Dienst seine Schicht.
Der neue Kommandowagen der Erbacher Feuerwehr wurde am Dienstag geweiht. Heute beginnt der erste Einsatzleiter vom Dienst seine Schicht. © Foto: Franz Glogger
Erbach / Franz Glogger 02.08.2018
Der „Einsatzleiter vom Dienst“ ist in Erbach künftig als erster am Unglücksort: Die Feuerwehr bekommt ein passendes Auto.

Aus dem Betrieb in Erbachs Gewerbegebiet „Großes Wert“ steigt dichter Rauch. Durch die  Fenster sind im Inneren Flammen zu sehen. Zehn Minuten dauert es, und das erste Löschfahrzeug rückt an. Die nächste halbe Stunde fahren weitere Rettungsfahrzeuge vor, darunter auch Spezialisten für Gefahrgut. Alle werden von einem Feuerwehrmann mit grüner Sicherheitsweste eingewiesen – dem Einsatzleiter vom Dienst (EvD). Er war vor allen anderen am Unglücksort, um die Gefahrenlage zu erkunden und abzuschätzen, welche Spezialisten und Ausstattung es zum Löschen braucht. Und vor allen anderen Fragen diese zu klären: Sind noch Personen in dem brennenden Gebäude? In seinem Spezialfahrzeug hat er dafür eine Wärmebildkamera. Denn der EvD ist – nicht nur in diesem fiktiven Szenario – der Mann für den Überblick.

Möglichst schnell einen erfahrenen Feuerwehrmann am Unglücksort zu haben, war bei der Feuerwehr Erbach schon bisher Usus. Meistens übernahm diese Aufgabe der Kommandant der Gesamtfeuerwehr oder einer der Abteilungskommandanten. Um die durchwegs ehrenamtlichen Rettungskräfte nicht zu überlasten, wurde seit 2015 die Einführung eines EvD diskutiert und 2017 in der Satzung verankert. Zwölf Kräfte stehen heute bereit, um den jeweils eine Woche dauernden Dienst zu übernehmen, erklärte Gesamtkommandant Matthias Remlinger am Dienstag im Feuerwehrgerätehaus.

Neues Einsatzfahrzeug

Die Hälfte der insgesamt rund 180-köpfigen Mannschaft war zusammengekommen, um ein besonderes Fahrzeug zu weihen: den ersten Kommandowagen der Donaugemeinde. Bislang seien die Einsatzleiter mit dem Privat­auto ausgerückt, sagte Remlinger. Was einerseits immer ein Risiko für das private Eigentum sei und andererseits nicht die Ausstattung des Spezialfahrzeugs biete. Das neue Einsatzfahrzeug hat die besagte Wärmebildkamera, zwei Feuerlöscher, Material zum Absichern, Erste-Hilfe-Koffer einschließlich Defibrillator, Gas-Messgerät und Werkzeug zum Türöffnen: Wichtige Hilfen bei alltäglichen Notsituationen, für die dann laut Remlinger nicht immer das große Löschfahrzeug geholt werden müsse.

Neuer Einsatzleiter von Dienst

Für Bürgermeister Achim Gaus ist die 76.000 Euro teure Anschaffung untrennbar mit dem neuen Posten verbunden. Mit dem EvD würde die Belastung auf mehr Schultern verteilt, was auch wichtig sei, um künftig Personen für die verantwortungsvollen Aufgaben zu gewinnen. Seien Menschen ehrenamtlich bereit, mit „hoher Disziplin, Mut und Einsatzbereitschaft“ für die Sicherheit aller zu sorgen, sei es nur recht und billig, sie gut auszustatten, sagte Gaus.

Übergabe

Mit der Segnung durch Pfarrer Joachim Haas und seinen evangelischen Amtskollegen Gunther Wruck aus Ersingen sowie der symbolischen Schlüsselübergabe an Kommandant Remlinger endete der Festakt.

Weitere Segnungen

In der Region hat es zuletzt weitere Fahrzeugsegnungen gegeben.

Kommandowagen hat ein begehrtes Kennzeichen

Beschaffungen Sechs Feuerwehrfahrzeuge für insgesamt 1,2 Millionen Euro hat Erbach seit 2011 gekauft. Es stehen außerdem noch an zwei mittlere Löschfahrzeuge für die Abteilungen Bach und Ersingen.

Kennzeichen Der neue Kommandowagen hat das unter den Kreisfeuerwehren begehrteste Kennzeichen UL-FW-112. Ehrenkommandant Helmut Enderle hat es vor 25 Jahren ergattert und nun abgegeben: „Ich habe es lang genug gehabt. Jetzt hat es den Platz, wo es künftig hingehören soll.“

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