Rettung Erbacher Feuerwehr: Alle Abteilungen bleiben erhalten

FRANZ GLOGGER 19.10.2016

Feuerwehr auf dem Prüfstand: In nicht-öffentlicher Sitzung hatte der Technische Ausschuss den Feuerwehrbedarfsplan bereits vorberaten. Ein heikles Thema, denn nach dem von der Stadt in Auftrag gegebenen Gutachten, sollten die sechs Erbacher Abteilungen zu drei „Ausrückbereichen“ zusammengefasst werden. De facto also Auflösungen: Dellmensingen und Donaurieden sollten in Erbach integriert werden, Bach in Ringingen, nur Ersingen bestehen bleiben. Mit der neuen Struktur könnten laut Gutachter personelle Schwächen ausgeglichen werden.

Kritik kam von der Feuerwehr am Montag in der Sitzung des Gemeinderats. Zum Beispiel heiße es in dem Gutachten, dass in Ersingen Kräfte fehlen, zugleich solle diese Abteilung aber bestehen bleiben, sagte Gesamtkommandant Thomas Böllinger. Am meisten wiege die Befürchtung, dass mit der Auflösung einer Abteilung Wehrmänner ganz aufhören, anstatt zu wechseln: „Das zeigen Beispiele in anderen Gemeinden.“ Auch gehe detaillierte Ortskenntnis verloren, und es werde schwieriger, Nachwuchs anzuwerben.

Die Feuerwehr habe deshalb die personellen Schwächen untersucht. Dabei sei als größtes Defizit ausgemacht worden, dass tagsüber nicht genügend Kräfte zur Verfügung stehen. Das soll behoben werden, indem der Kreis derjenigen vergrößert wird, die in der so genannten Tagschleife alarmiert werden. Auch soll der Betroffene zum Einkleiden nicht erst in seinen Heimatort fahren, sondern sofort zum als erstes ausrückenden Fahrzeug nach Erbach. Hierzu werden ein zweiter Satz Kleidung bereitgestellt. Weitere Maßnahmen sind: intensive Nachwuchswerbung, Anpassung der Alarmierungsbereiche an die Anfahrzeit und höhere technische Ausstattung. Der Plan sieht 2017 für Bach ein neues Fahrzeug vor, 2018 für Dellmensingen. Das Gremium stimmte dem Vorschlag geschlossen zu. „Er kostet zwar mehr, aber wir sind bereit, für gute Rahmenbedingungen zu sorgen, wenn sie gut begründet sind“, versicherte Elmar Röhr (SPD). fg