Erziehung Erbach erarbeitet sichere Schulwege

Ordnungsamt-Leiterin Sara Siebler, Bürgermeister Achim Gaus und der geschäftsführende Schulleiter Karl Nusser stellten die Schulwegplanung vor.
Ordnungsamt-Leiterin Sara Siebler, Bürgermeister Achim Gaus und der geschäftsführende Schulleiter Karl Nusser stellten die Schulwegplanung vor. © Foto: Franz Glogger
Franz Glogger 08.09.2018

Das neue Schuljahr beginnt, vor allem für Erstklässler fängt damit eine spannende Zeit an – eine voller Fragen. Die wahrscheinlich wichtigste für die Eltern: Wie kommt unser Kind sicher zur Schule? „Das fragen wir uns auch jedes Jahr und haben schon bisher die Schulwege diskutiert. Aber viel Wissen befindet sich in der Stadtverwaltung“, sagte Erbachs geschäftsführender Schulleiter Karl Nusser. Das Wissen beider Seiten wurde nun zusammengeführt: Schule und Stadtverwaltung stellten am Donnerstag das Ergebnis des gemeinsamen Projekts „Schulwegplanung“ vor. Der Flyer mit einer Karte der empfohlenen Wege und Tipps für die Eltern liegt ab Montag in den Schulen aus.

Mit der Leiterin des Ordnungsamts Sara Siebler sei eine „höchst professionelle“ Partnerin zur Seite gestanden, lobt Nusser. Das habe sich zum Beispiel bei einer Befragung von Eltern gezeigt, die die Schule vor den Sommerferien umgesetzt hatte. Mehr als 100 Rückmeldungen habe es gegeben – ein sehr guter Wert, findet Nusser. „Die Eltern haben die Fragebögen nicht auf die Seite gelegt, obwohl es recht kurz vor den Ferien waren, sondern haben wertvolle Hinweise gegeben“, bedankte sich Siebler ihrerseits.

Polizei steuert Unfallzahlen bei

Die Rückmeldungen wurden in einem Kreis aus Eltern, Lehrern und Vertretern der Verwaltung diskutiert. Eingebunden wurde auch die Polizei, unter anderem mit Daten von Unfällen. Demnach gab es in Erbach 2017 „nur“ einen Unfall mit einem Rad fahrenden Schüler in der Heinrich-Hammer-Straße, also nicht unmittelbar im Bereich des Schulzentrums. Die Eltern nannten auch Veränderungen zum Positiven, etwa die neue Querungshilfe in der Ziegeleistraße.

Die Umfrage ergab weiter, dass 64 Prozent der rund 1000  Grund-, Gemeinschafts- und Realschüler zu Fuß in das Schulzentrum kommen, viele davon in „selbstorganisierten Laufgruppen“, also gemeinsam, sagte Siebler. Den Wert nahmen Verwaltung und Nusser positiv überrascht auf. Selbst­ständig in die Schule zu kommen, das wünsche er sich aus pädagogischen Gründen auch möglichst bald für die Abc-Schützen. Die würden anfangs wie gewohnt vom Kindergarten häufig bis zur Tür gebracht. „Das soll aber nicht das Ziel sein. Ich wünsche mir eine Ausbildung mit dem Ziel, am Verkehr teilzunehmen. Nach ein paar Wochen ist das ein Gewinn für alle“, sagte Nusser.

Für Bürgermeister Achim Gaus ist das Projekt ein Anfang. Zu „komplex“ sei das Thema, um sofort auf alle Situationen eingehen zu können. Zum Beispiel liege das Schulzentrum selbst recht gesichert in einem Wohngebiet. Auf dem Weg dorthin gebe es aber viele Zwangspunkte, also unveränderbare Stellen, nach denen sich der Weg richten muss – zum Beispiel stark befahrene Straßen und ein- und ausparkende Elternautos im Bereich der Schulen. „Wir haben jetzt den Einstieg gemacht und wollen die Planung weiter verfeinern, auch mit Hilfe der Eltern“, sagte Gaus. Desweiteren soll das Konzept zügig auf die Teilorte übertragen werden.

Polizei Ulm gibt Eltern Tipps auf Facebook

In einem Beitrag auf Facebook fasst das Polizeipräsidium Ulm Ratschläge für Eltern zum Schulanfang zusammen. Die Tipps in Kurzform:

Vertrauen Kindern den Schulweg zutrauen und den Schulweg mit ihnen üben. Dabei auch zeigen, wo sie sich unterwegs Hilfe holen können.

Regeln Schulwegregeln wie „immer den direkten Weg“ helfen, damit Eltern sich zu Hause keine Sorgen machen müssen.

Sichtbarkeit Den Kindern gut sichtbare, reflektierende Kleidung anziehen.

Vorsicht Den Kindern erklären, wie sie sich verhalten sollen, wenn ein Fremder sie auf dem Schulweg anspricht. „Gehgemeinschaften“ mit anderen Kindern stärken das Gemeinschaftsgefühl und die Kinder sind in einem Notfall nicht alleine. Die Kinder erst dann alleine gehen lassen, wenn sie den Schulweg sicher beherrschen.

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