Alles im Griff Entspannt im grauen Garten

Foto: ©Refat/Shutterstock.com
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Regina Frank 16.08.2018

Ein geerdeter Bank-Vorstand wie Jakob Mayer einer ist (in Berghülen aufgewachsen, in Berghülen in die Lehre gegangen und dem Ort als Chef der einzigen Bank verbunden) kann mit Zahlen, und er kann mit EU-Vorschriften. Mit so abgehobenen Dingen wie „Offenlegungsberichten“, die kaum einer versteht. Der Berghüler Bank-Chef hat alles im Griff in der kleinen, selbstständigen Bank auf der Schwäbischen Alb. Nicht nur dort. Mayer ist auch alltagstauglich, hat ein entspanntes Verhältnis zu seinem Garten, und sein Beispiel lehrt uns, dass krisenhafte Ereignisse einen Menschen noch lange nicht umhauen müssen.

Der Trockenheit zum Trotz wird im Garten der Banker-Familie wenig gegossen. Sparsam, wenn man so will. Nur das, was blüht. Der Rasen nicht. „Er ist grau“, sagt Mayer. Er findet das nicht weiter schlimm, ein vorübergehender Zustand, der Gang der Natur. „Er kommt wieder – bisher kam er immer wieder.“

Man möchte vermuten, diese ausgeprägte Sparsamkeit ist dem Umstand geschuldet, dass sich der Garten auf der bekanntermaßen verkarsteten wasserarmen Albhochfläche befindet und der Gartenbesitzer es schon in die Wiege gelegt bekam, mit Wasser stets gut hauszuhalten. Denn akuter Mangel liegt in diesem Fall nachgerade nicht vor, hat Mayer doch eine eigene Zisterne, in der Regenwasser aufgefangen wird. Sie fasst mehr als drei Kubikmeter, vielleicht fünf, das kann der Bank-Vorstand auf Anhieb so genau nicht sagen. Jedenfalls mehr als genug. Mit seiner Frau ist der Banker in Sachen Gießen respektive Nichtgießen übrigens auf der gleichen Linie. „Da gibt es keine Haushaltssitzung.“

Ein Garten, das musste Mayer extrem schmerzlich erleben, birgt indes auch große Risiken. Beim Bäumeschneiden ist er schon schwer gestürzt, so schwer, dass er ins Koma fiel. „Man kann aufpassen, und es passiert trotzdem“, sagt er über den Unfall. Mayer hat ihn überstanden. Empfindet das als zweites Leben. Vom Übervorsichtigsein hält er auch nach dieser einschneidenden Erfahrung nichts. Seine Lehre aus dem Unglück: Ein Risiko sollte man nicht überbewerten, aber immer ernst nehmen. Und: „Immer den Kopf bei der Sache haben.“

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