Bühlenhausen Entspannen beim Allerlei der Gespanne

Nicht nur Pferde sind beim Kutschertreffen als Zugtiere zum Einsatz gekommen. Foto: Sabine Graser-Kühnle
Nicht nur Pferde sind beim Kutschertreffen als Zugtiere zum Einsatz gekommen. Foto: Sabine Graser-Kühnle
Bühlenhausen / SABINE GRASER-KÜHNLE 03.09.2012
Nostalgiker im Allgemeinen, Liebhaber alter Kutschenwagen sowie Pferdefreunde im Besonderen: Sie sind beim 22. Kutschertreff in Bühlenhausen wieder einmal voll auf ihre Kosten gekommen.

Auch wenn sich der Himmel in trübem Einheitsgrau zeigte sind viele Fuhrleute dem Ruf von Helmut Fried gefolgt, der zum 22. Kutschertreff eingeladen hatte. Viele von den Kutschern waren von weit her gekommen, teils bis von Crailsheim oder aus Gutenzell, wie etwa der Europameister im Holzrücken von 2010, Anton Laux, der ein Vierergespann mitgebracht hatte.

Warum Frieds Kutschertreffen so beliebt sind, zeigte sich auch gestern wieder: Sie bedeuten muntere Geselligkeit, Fachgeplauder und nicht zuletzt Ausfahrten durch die reizvolle Alblandschaft rund um Bühlenhausen. "Ich kann wirklich mit Stolz sagen, die Kutscher stehen zu mir", sagte Fried denn auch am Sonntagnachmittag beim "Allerlei der Gespanne". Nach dem Umzug der Gespanne durch den Ort und heuer auch durchs Feld strömten aber auch viele Zuschauer erwartungsvoll zur Wiese vor dem Kutschenwagenmuseum.

Hier sammelten sich die über 34 Gespanne aus dem Umzug und Hans Hagmayer stellte jedes einzelne vor: die Pferde, die Einzigartigkeit mancher Geschirre, die Kutschen und natürlich die Fuhrleute samt Beifahrer selbst. Da war die Rede von kraftvollen Ardennern, die einen Möbelwagen zogen, da ging es um Begriffe wie "Rosettenriemen". Aufmerksame Zuhörer wissen nun, dass eine Landauer Kutsche ganz einfach durch ihre sanft geschwungenen Bogenform zu erkennen ist. Auf ihre Kosten gekommen sind außerdem Liebhaber von Pferden und anderen Huftieren. Kräftige Kaltblüter weilten neben anmutigen Warmblütern, Hengste, die ihre Lust zum Laufen kaum unterdrücken konnten, standen bei ruhigen Wallachen, muntere Ponys und zierliche Esel komplettierten die Reihe der vor die Kutschen gespannten Tiere. Dazu waren die Pferde zur Feier des Tages von ihren Besitzern mit schönen Geschirren versehen worden. Von den Zuschauern bewundert wurde auch manche Tracht und Kutscherkleidung, oder auch die gut erhaltenen historischen Kutschen.

Wer sich traute, konnte auf Tuchfühlung mit Fuhrleuten und ihren Tieren kommen. Wem der Mut dazu fehlte, dem wurde es beim Beobachten des Treibens auf der Wiese ebenfalls nicht langweilig. Denn die Fuhrleute sind wie eine große Familie, so dass manches "Hallo" über den Platz schallte.

Nach der Vorstellung der einzelnen Kutschen hatten die Fuhrleute wie immer Gelegenheit, eine der drei von Fried ausgewiesenen Touren zu fahren, die längste davon 18 Kilometer. Andere bewiesen vor den staunenden Blicken des Publikums Geschick, indem sie ihr Gespann durch einen Parcours lenkten. Ganz mutige Pferde ließen sich auch im Trab durch den Wassergraben führen.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel