Umwelt Engpässe auf der Strecke im Blautal

swp 29.12.2017

Der öffentliche Personennahverkehr werde nicht ausreichend gefördert, kritisierten BUND-Regionalverband Donau-Iller und die Kreisverbände Ulm,  Biberach und Alb-Donau am Donnerstag bei einer Pressekonferenz zum Jahreswechsel 2017/2018. Zwar gehöre die stündliche Busverbindung von Laichingen nach Blaubeuren mit der Anbindung an den Schienenverkehr unbestritten zu den Verbesserungen im ÖPNV. Doch auf der Blautal-Strecke gebe es zu Stoßzeiten Kapazitätsengpässe und Probleme. Pendler und Schüler müssten wegen völlig überfüllter Züge am Bahnsteig zurückbleiben.

Die Antwort der Bahn darauf sei ein Offenbarungseid: Man habe Kapazitäten von der Donautalbahn zwischen Ulm und Sigmaringen abgezogen, um Engpässe woanders zu beheben. „Dies ist ein Symptom für das völlige Versagen der bisherigen Bundesverkehrsminister, die die Deutsche Bahn kaputtgespart und durch immer neue Straßen eine rücksichtslose Automobilisierung Deutschlands durchgeführt haben“, sagte der Vorsitzende des Kreisverbands Alb-Donau Christian Killius.

Merklinger Bahnhof nutzen

Laut wurde auch die Sorge, dass die  Verzögerungen beim Bau von Stuttgart 21 die Region Donau-Iller abhängen. Der Vorsitzende des Regionalverbands Donau-Iller, Ulrich Müller, befürchtet, dass durch die Verzögerungen bei S 21 auch das regionale S-Bahn-Netz auf die lange Bank geschoben wird.

Es stelle sich die Frage, ob die die viel höheren Kosten zu Lasten von „dringend erforderlichen Schienenprojekten“ wie zum Beispiel dem Ausbau und der Elektrifizierung der Südbahn gehen,  sagte Killius. Der Bahnhof in Merklingen solle Ende 2020 fertig gestellt sein und damit vier Jahre vor dem neuen Stuttgarter Tiefbahnhof. Der BUND fordert, die dann fertige Schienenin­frastruktur wie auch den Merklinger Bahnhof zu nutzen.