Bühlenhausen / PETRA STARZMANN  Uhr
Drei Frauen, die sich in der deutschen Irish-Folk-Szene einen Namen gemacht haben: "More Maids". Vorgestern sind sie in Buxes Stadel aufgetreten.

Mit den "More Maids" hat der Verein "Kultur im Dorf" wieder einmal einen musikalischen Leckerbissen für Folk-Fans auf die Bühlenhausener Stadel-Bühne geholt: Die drei sympathischen Frauen brachten etwas von der grünen Insel auf die Alb. Der Saal mit Bullerofen und Fachwerk verwandelte sich für diesen Abend in ein Pub auf Zeit - man trank Guiness und Whisky.

Sängerin Barbara Coerdt heizte das Publikum an: "Wer ein Plätzchen zum Tanzen findet: Das ist jetzt die Chance!" Doch Platz für ein Tänzchen gab es keinen mehr - der Saal war restlos gefüllt mit gut gelaunten Zuhörern. Frohe "heep"-Rufe und rhythmisches Klatschen verliehen den ohnehin heiteren Instrumentalstücken zusätzlichen Schwung. Dieser Leichtigkeit standen die elegischen Balladen gegenüber, die meist traurig bis tragisch waren und in die die "Maids" humorig, augenzwinkernd einführten.

Das Markenzeichen der Folkgruppe ist der dreistimmige Gesang, angeführt von Barbara Coerdt. Ihrer klaren Erzählstimme folgte der Harmoniegesang der anderen "Maids", zusammen ließ das Stimmtrio die Dramen und Tragödien eindringlich erleben - in der Tradition des irischen "Storytelling". Kindsmörderinnen, vermeintliche Hexen, junge Frauen mit gebrochenem Herzen und untreue Liebhaber tummelten sich im Balladenrepertoire. Das kam verpackt in melancholische Melodien daher. Die Titel: lustig bis skurril. Welche Vorstellung taucht vor dem inneren Auge auf, wenn eine Weise "The Cat that ate the Candle" heißt - die Katze, die die Kerze aß?

Die "More Maids" überzeugten vokal. Ebenso meisterhaft beherrschten sie ihre typisch irischen Instrumente. In flotten "Reels" und schnellen "Jigs" im Sechsachteltakt gaben die drei ein temperamentvolles Stelldichein. Der Spaß, den sie dabei offensichtlich hatten, übertrug sich aufs Publikum. Marion Fluck spielte das diatonische Akkordeon, mit der hohen Whistle gab sie den Liedern den typischen Charakter, die irische Konzertflöte schien eine Verlängerung ihrer selbst, so intensiv gefühlvoll war ihr Spiel. Barbara Hintermeier fidelte sich fingerfertig durch den Abend, gleichfalls beherrschte Barbara Coerdt ihre Irish Bouzouki. Hier waren die jungen Frauen irischer Tradition verbunden, dort ließen sie Pop einfließen.

Ein Song von den Indigo-Girls übers Grübeln, beziehungsweise warum man es lassen sollte, wurde mit Whistle und Co. zum Folk-Song der etwas anderen Art. Bei den Zugaben beeindruckte das Trio mit einer Überraschung: die drei Stimmen pur. A capella.