Wain Elisabeth Jeggle beim Familientag in Wain

Elisabeth Jeggle informierte beim Wainer Familientag.
Elisabeth Jeggle informierte beim Wainer Familientag. © Foto: Lisa Maria Sporrer
Wain / LISA MARIA SPORRER 26.02.2016
Große politische Fragen im kleinen Wain: Das Evangelische Bauernwerk im Bezirk Biberach hatte mit Elisabeth Jeggle eine kompetente Referentin zum Familiennachmittag geladen. Es ging um die Zukunft Europas.

Es gebe immer zwei Seiten, sagte Elisabeth Jeggle vor zahlreichen interessierten Gästen in Wain. Die Grundsozialisation vieler Flüchtlinge sei nicht mehr vergleichbar mit den Lebensverhältnissen, die bisherige Flüchtlingsströme in Europa kennzeichneten. "Es ist nicht nur eine Frage der Bildung, sondern anerkannter Grundwerte", sagte sie. Menschen aus diktatorischen Staaten haben bei uns erst einmal ein Problem mit der Freiheit, glaubt die CDU-Politikerin die seit 1999 Mitglied des Europäischen Parlaments ist. Die Kehrseite: Wer verfolgt ist, hat grundsätzlich ein Recht auf Bleibe und Schutz, egal welche Voraussetzungen er mitbringe. "Das muss man sehr deutlich immer wieder hervorheben."

Nach einem geistlichen Impuls des ansässigen Bezirksbauernpfarrers Ernst Eyrich, standen beim Familientag des Bauernwerks Themen wie Asylrecht, Wirtschaftsmigration und Residenzpflicht auf dem Programm. "Die Welt wird sich weiterdrehen, auch wenn man glaubt, sie ginge bald unter", kommentierte Eyrich kurz und knapp die Mischung aus Zuversicht und Ängsten, die viele Menschen haben. "Vor neun Monaten, als wir die Veranstaltung geplant haben, fanden wir die Frage, wohin sich Europa entwickelt, ganz interessant", ließ der Wainer Pfarrer wissen. Dass diese Frage von Tag zu Tag spannender würde und heute mehr Aktualität habe denn je, hätte damals keiner geahnt.

Die Politikerin, die im Europaparlament unter anderem Mitglied im Ausschuss für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung ist, versuchte zu erläutern, wie Europa die Zerreißprobe bestehen kann, und welche Bedeutung und Auswirkungen die aktuellen Entwicklungen auf die regionale Landwirtschaft haben. "Besonders müssen wir dringend Hilfsorganisationen unterstützen, damit sich die Lage an der türkischen Grenze in den riesigen Lagern verbessert", mahnte sie.

Außerdem müsse man mit allen Mitteln versuchen, die noch zu langen Asylverfahren zu beschleunigen und die Zusammenarbeit mit den europäischen Partnern zu verbessern. Die Einschätzung der Kanzlerin "Wir schaffen das", sei richtig gewesen, sagte Jeggle. Aber, eben nicht alleine, sondern nur gemeinsam mit den Partnern der Europäischen Union.