Auch wenn es nach außen ruhig sei um den Verein der Freunde des Klostermuseums Elchingen, geschehe sehr viel im Hintergrund. Das hob Ralf Gührer in der Jahreshauptversammlung hervor. „Treibende Kraft“ sei vor allem   Richard Ambs. Sichtbares Zeichen, dass sich etwas tut, ist das restaurierte Konventbild von Wannenmacher. Es hängt seit vergangenem Sommer in der Klosterkirche über dem Eingang der Sakristei.

Damit ist ein Großprojekt abgeschlossen. Doch Ambs hat die nächsten Vorhaben schon auf den Weg gebracht. Der bisherige Zweite und künftige Erste Vorsitzende warb und wirbt unermüdlich um Spenden, um den Erhalt weiterer Kunstschätze zu sichern.  Der Verein hofft, sie in nicht allzu ferner Zukunft im alten Oberelchinger Rathaus der Öffentlichkeit präsentieren zu können. Wie berichtet, hat der Gemeinderat den Museumsfreunden in Aussicht gestellt, dort ein Depot mit Ausstellungsraum einzurichten.

Da könnte eines Tages das Modell der Klosteranlage besichtigt werden, das Pater Ulrich Baumgartner im Jahr 1793 aus Pappmaché gefertigt hat. Es soll nun restauriert werden. Denn es gilt als absolute Besonderheit, ist aber sehr ramponiert. Vor allem, weil es in den 1970er-Jahren bei einem Jubiläumsumzug durchs Dorf mitgeführt wurde. Um es zu schützen, seien damals die Dächer mit roter Ölfarbe gestrichen worden, sagte Ambs.  Was „gut gemeint war“, habe zu immensen Schäden geführt.

Die Papierrestauratorin Andrea Fiedler aus München habe das Modell untersucht „und war entsetzt über den Zustand“. Teile fehlen, andere sind verschimmelt. Restauriert werden soll aber nicht nur das Klostermodell, sondern auch der Schrein des Elchinger Jesuskindleins. An der Figur selbst sei hingegen nur wenig zu richten. Für beide Vorhaben hat Ambs schon Spenden gesammelt, darunter namhafte Beträge eines örtlichen Unternehmers sowie eines Unternehmers aus Illertissen. Auch der Kreis Neu-Ulm und der Verein für Heimatpflege hätten bereits Zuschüsse beigesteuert.

Wie bedeutend die Reichsabtei und ihre Mönche waren, ging aus dem Vortrag von Anton Aubele über den Konvent im Jahr 1702 hervor. Unter anderem gehörten ihm mit Abt Meinrad Hummel ein „Pionier der Feldmesskunst“ an.

Die Geschichte des Klosters bietet noch viele Forschungsthemen. So berichtete auch Ralf Gührer, der im Sommer 2015 Elchingen verlassen und eine Stelle als Pfarrer in Wasserburg angetreten hat, von diversen Anfragen von Wissenschaftlern, die bei ihren Arbeiten immer wieder auf Verbindungen nach Elchingen stoßen. Immerhin, so Ambs, „stammt ja auch die heutige Königin von England von unserer Luitgard von Elchingen ab“.

Die Gründungs- und Baugeschichte des Klosters sowie wichtige  Querverbindungen könnten künftig den Besuchern in Vitrinen in der Kirche aufgezeigt werden. Damit könnte man auch das Interesse für weitere Exponate in einem Schaudepot wecken. „Wir hoffen, dass wir das alte Rathaus für die Kunstschätze des Klosters bekommen“, sagte Gührer.

Bei den turnusmäßigen Neuwahlen tauschen Ambs und Gührer die Posten: Einstimmig wählte die Versammlung Richard Ambs als Vorsitzenden und Ralf Gührer  zum Stellvertreter. Damit werde, wie Gührer sagte, „die Realität im Verein abgebildet“. Kassier bleibt Alexander Straub, Schriftführerin ist Klara Aubele. Beisitzer sind Dieter Wörner, Anton Aubele und Franz Walter. Karin Batke ist kooptiertes Vorstandsmitglied.