Autobahn-Ausbau Elchinger Bürgerinitiative optimistisch

Elchingen / BERND RINDLE 20.07.2018

Verhalten optimistisch sind die Vertreter der Bürgerinitiative Lärmschutz in die erste Erörterung zum Planfeststellungsverfahren des dreispurigen A8-Ausbaud gegangen, um ihre Einwände vorzubringen. Wie berichtet, richtet sich die Kritik nicht gegen das Projekt an sich, sondern gegen die aus ihrer Sicht unzureichenden Lärmschutzpläne.

„Wenn die schon einen solchen Eingriff hier machen“, sagte BI-Sprecher Harald Gaule vor dem Gang in die Elchinger Brühlhalle, dann „wenigstens mit einem vernünftigen Lärmschutz“. Lärmschutzfenster seien keine Option, „wir wollen nachts ein Fenster auch mal kippen oder offen lassen“. Die Elchinger BI hatte ein Gutachten erstellen lassen, „aus dem klar hervor geht, dass der Lärmschutz nicht ausreichend ist“. Ein Bürger habe zudem im eigenen Schlafzimmer schon 70 Dezibel gemessen. Damit kann die Behörde nicht dienen. Die habe Gaule zufolge das Geräuschaufkommen lediglich „errechnet“ und operiere mit Grenzwerten, die „wohl nicht mehr zeitgemäß“ seien. Aus Kostengründen, vermutet der BI-Sprecher, gehe man anderen Werten lieber aus dem Weg. Denn der von den Bauherren präferierte Erdwall würde mit 7,8 Millionen Euro deutlich billiger sein als die Wunschlösung der Initiative mit 12 bis 17 Millionen.

„Wir sprechen da mit einer Stimme“, sagte Bürgermeister Joachim Eisenkolb. „Wir möchten einen besseren Lärmschutz erreichen als den, der projektiert ist“ – was er hinsichtlich der diskutierten Grenzwerte durchaus für möglich hält. Angesichts „der Tatsache, dass wir hier immer noch Überschreitungen haben, und im Gesetz steht, dass die eigentlich nicht sein dürfen“. Er jedenfalls rechne sich schon aus, „dass noch ein bisschen was geht“. Vor allem, da „die Beurteilungsspielräume“ noch nicht ausgereizt seien, taxiert er die Chancen für einen verbesserten Schallschutz als „gar nicht mal so schlecht“.

Gaule hat „den Eindruck, dass wir schon etwas bewegt haben“ und „vielleicht ein paar Dinge eingeflossen sind, die wir vorgeschlagen haben“. In einem Gespräch mit Wolfgang Wüst, Präsident der Autobahndirektion, „meine ich herausgehört zu haben, dass es eine Wall/Wand-Lösung geben könnte“. Für alle Fälle hat sich Gaule auch noch schriftlich an Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer gewandt.

Dabei in der Elchinger Brühlhalle war gestern auch der Neu-Ulmer Bundestagsabgeordnete Karl-Heinz Brunner (SPD). Er wolle „die Stimmung auffangen“, hören, wo die Behörden gerade stehen, „weil meine Prüfungsaufträge bisher nicht bearbeitet worden sind“.

Er mache sich „bewusst nicht zum Fürsprecher, sondern ich sehe meine Rolle als Vermittler, um Gesprächsprozesse aufrecht zu halten“. Gleichwohl hat er eine private Meinung und bevorzugt einen eleganten wie effektiven Lärmschutz: „Ich will nicht, dass Orte so abgeschnürt werden, dass man den Eindruck hat, sie lägen hinter den sieben Bergen.“

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