Kommunalpolitik Eiszeit im Dornstadter Gemeinderat

Dornstadt / Thomas Steibadler 09.07.2018

Vom Alb-Bahnhof bei Merklingen und einem Gewerbegebiet in dessen Umgebung hofft auch die Gemeinde Dornstadt zu profitieren. Einem Gutachten zufolge werden in erster Linie die Teilorte Scharenstetten und Temmenhausen einen Aufwind verspüren. Zunächst aber hat die Wahl eines Dornstadter Vertreters in die Verbandsversammlung des Zweckverbands Region Schwäbische Alb für eisige Stimmung im Gemeinderat gesorgt.

Der Verband Region Schwäbische Alb beteiligt sich an der Finanzierung des Alb-Bahnhofs, wird dort den Pendlerparkplatz bauen und betreiben sowie ein interkommunales Gewerbegebiet entwickeln. Zwölf Kommunen haben sich dem Verband angeschlossen. An der Kapitalumlage beteiligt sich Dornstadt entsprechend der Einwohnerzahl von Scharenstetten und Temmenhausen mit etwa 700 000 Euro. In der Verbandsversammlung stehen der Gemeinde zwei Sitze zu. Einer geht, kraft Amtes, an Bürgermeister Rainer Braig, den anderen besetzt der Gemeinderat.

Zunächst, sagte Braig auf Anfrage, habe er den Scharenstetter Ortsvorsteher Wolfgang Mychajliw vorschlagen wollen. Doch gehört dieser nicht dem Gemeinderat an, was laut Verbandssatzung aber erforderlich sei.

Zwei Vorschläge

Daraufhin gingen bei der Verwaltung zwei Vorschläge ein. Erstens: Andreas Aigeltinger (Freie Wähler) und als Stellvertreter Michael Gugelfuß (SPD). Zweitens: Günther Vetter (CDU/BWV) und Frank Glöggler (CDU/BWV) als Stellvertreter.

In der jüngsten Gemeinderatssitzung entfielen in geheimer Wahl fast alle Stimmen auf Aigeltinger/Gugelfuß. Vetter/Glöggler erhielten nur eine Stimme. Aber: Keiner der acht anwesenden Gemeinderäte von CDU/BWV hatte einen Wahlzettel abgegeben. Aus Protest, wie Fraktionsvorsitzender Karl Knab auf Nachfrage erläuterte.

Nach Ansicht seiner Fraktion sollte der Verbandsversammlung ein Gemeinderat aus den Teilorten angehören, die von den Vorhaben am stärksten betroffen sind, sagte Knab. Aus diesem Grund habe er den Temmenhausener Ortsvorsteher Günther Vetter und Frank Glöggler aus Scharenstetten vorgeschlagen. Und zwar bereits am 28. März.

Den späteren Gegenvorschlag Aigeltinger/Gugelfuß finde er deshalb nicht in Ordnung, weil keiner der beiden aus einem der Teilorte kommt, sagte Knab. Seiner Meinung nach hätten Freie Wähler und SPD ja auch Gemeinderäte aus Scharenstetten und Temmenhausen vorschlagen können. Weil dies nicht geschah, stellt Knab die Frage: „Geht es um die Sache oder um taktische Überlegungen?“

Für den CDU/BWV-Vorsitzenden liegt die Antwort auf der Hand: Die Freien Wähler, stärkste Fraktion im Gemeinderat, hätten mit Unterstützung der SPD ihre Macht demonstrieren wollen: „Ohne uns geht es nicht.“

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