Verkehr Eine Straße frei – die nächste wird gesperrt

Die Abzweigung des Weidacher Wegs in Blaustein ist nach dem Ausbau fast schon eine Aussichtsplattform: Hier trafen sich Vertreter von Kreis, Stadt, Gemeinderat, Baufirmen sowie Anwohner zur offiziellen Verkehrsfreigabe der K 7383.
Die Abzweigung des Weidacher Wegs in Blaustein ist nach dem Ausbau fast schon eine Aussichtsplattform: Hier trafen sich Vertreter von Kreis, Stadt, Gemeinderat, Baufirmen sowie Anwohner zur offiziellen Verkehrsfreigabe der K 7383. © Foto: Lars Schwerdtfeger
Herrlingen / Von Samira Eisele 15.06.2018

Der Unterschied ist deutlich. Zwischen Asch und Bermaringen bröckelt der Asphalt, ist die Straße uneben, geflickt und eng. Zwischen Weidach und Herrlingen ist die Straße breit, die Oberfläche eben, der Asphalt neu. Frisch saniert – und der  nächste Sanierungsfall: Die K 7383 wurde gestern Nachmittag offiziell für den Verkehr freigegeben, die K 7406 wird von Montag an voll gesperrt und ausgebaut.

Dass diese Zeiten für Herrlingen und Weidach vorbei sind, erleichtert Ortsvorsteherin Rita Sommer. Die „riesengroße Umleitungsstrecke“ – über Asch und Bermaringen – hat während der knapp zweijährigen Bauzeit die Nerven mancher Anwohner strapaziert. Vor allem der erste Monat sei chaotisch verlaufen, erinnert sich Rita Sommer, bei der die Beschwerden aufliefen.

Bürgermeister testet Radweg

Dass die Umleitungen eine „unheimliche Belastung“ für Anwohner sind, stellte auch Markus Möller in seinem Grußwort dar. Der stellvertretende Landrat – Heiner Scheffold konnte wegen eines abgesagten Flugs nicht aus Berlin zurückreisen – ergänzte: „Aber es zählt das Ergebnis.“ Und mit dem sei man zufrieden, wenngleich der steile Hang und die Gabionenwand eine Herausforderung dargestellt hätten. Möller lobte nicht nur Ingenieure und Bauarbeiter, sondern auch den Kreistag: Dieser sei darauf bedacht, alle Orte attraktiv zu halten: „Und der Schlüssel dazu ist Mobilität.“

Bürgermeister Thomas Kayser, der mit dem Fahrrad über den neuen Radweg zur Straßenfreigabe gekommen war, erinnerte auch an „zahlreiche Grundstücksgeschäfte, ohne die wir diese Einweihung auch nicht feiern könnten“ – und er versprach Nachbesserungen für die Anwohner. Bei Starkregen sei in ein Haus Wasser eingedrungen. Die Frage: „Wer fährt denn nach Weidach und Bermaringen?“ stelle sich schon nach wenigen Minuten an der Abzweigung zum Weidacher Weg, an der die Freigabe gefeiert wurde, nicht mehr, sagte Kayser: Es sei offensichtlich, dass hier viele Lastwagen und Autos unterwegs seien.

Den Praxistest mit Fahrrad oder Auto machten die Gäste der Straßenfreigabe, die zu einem von Ortsvorsteherin Rita Sommer und der Landfrauengruppe Weidach vorbereiteten Empfang nach Weidach fuhren: Dort gab es Musik und Tanz, dargeboten von Schülerinnen der Musikschule Blaustein-Weidach und der Tanzgruppe der Landfrauen.

Hilde Mayer, die Ortsvorsteherin von Bermaringen, macht sich über die bevorstehende Baustelle keine Sorgen: Die freigegebene Strecke in Richtung Blaustein sei für die Anwohner wichtiger als die bald gesperrte. Und: „Die Straße ist so schlecht, dass jeder froh ist, dass sie gemacht wird.“

Bis Dezember soll zwischen Asch und Bermaringen gebaut werden, vor allem auf 2,3 Kilometern im Wald- und Talbereich. Teilweise müsse nur die Deckschicht erneuert werden, in anderen Teilen auch der Untergrund verbessert und eine neue Tragschicht eingebaut werden. Auch auf dieser Strecke werden Gabionen zur Hangsicherung eingebaut. Auch die Felssicherung und Brückenschäden werden ausgebessert.

Insgesamt liegen die Baukosten bei 2,8 Millionen Euro, die der Alb-Donau-Kreis komplett trägt: Das macht die K 7406 für den Kreis zum größten Straßenbau-Vorhaben seit Jahren.

Kosten und Folgekosten

Zahlen Die Kosten für den Ausbau der K 7383 liegen bei 2,1 Millionen Euro: 153 000 davon trägt die Stadt Blaustein, 1,02 Millionen das Land. 2,4 Kilometer Strecke wurden auf sechs Meter Breite ausgebaut. Der neue Radweg führt von einer Querungshilfe südlich des Sportplatzes bei Weidach bis zur Schönenbergstraße in Herrlingen. Weil viele Autofahrer über die Lautertalsteige auswichen, muss die nun saniert werden: für 15 000 Euro.

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