Freizeit Eine Stadt aus bunten Steinen

Langenau / Josephine Schuster 06.11.2018

Da werden sogar die Architekten des Berliner Flughafens blass vor Neid: Bunter Stein auf bunten Stein und schon hatten knapp 70 Kinder binnen zwei Tagen eine ganze Stadt errichtet. Und zwar bei den Lego-Bautagen der Süddeutschen Gemeinschaft Langenau, die alle zwei Jahre für Kinder von der 3. bis zur 7. Klasse angeboten werden und nun mit einem Abschlussgottesdienst in der Stadthalle endeten.

250 000 Steine verwandelten die Kids in Wolkenkratzer, Riesenrad, Gefängnis, Fußballplatz, Leuchtturm, Kirche, Kindergarten, Schule, Feuerwehr und Flughafen. Ein Zug fährt durch die Legostadt  und sogar ein Heißluftballon hängt über der bunten Szenerie.

Dazu hörten die Kinder Geschichten von Jesus. Schließlich sei das erste Gebäude in der Bibel der Stall von Bethlehem gewesen, erinnerte Gemeinschaftspastor Winfried Steinacker. „Ein Haus, das auf Stein gebaut wurde, hält besser, als ein auf Sand gebautes. Das bedeutet im übertragenen Sinn, dass es wichtig ist, worauf wir Menschen unser Leben gründen und dass wir ein festes Fundament brauchen.“

Das Band zur Stadteröffnung durchschnitten Bürgermeister Daniel Salemi und die beiden Kinderbürgermeister Claire und Leon. „Das ist das allererste Band, das ich nach drei Jahren im Amt durchschneiden darf“, sagte Salemi, wenngleich er bezweifelt, dass es in Langenau jemals ein siebenstöckiges Gebäude, wie den gebauten Lego-Wolkenkratzer, geben wird.

Jürgen Kraft aus dem Schwarzwald, der die vielen Bausteine für die Aktion in Langenau zur Verfügung gestellt hatte, verkündete den Gewinner des Architektenwettbewerbs. Dabei hatten einige Teilnehmer im Vorfeld eigene Gebäude – wie die Stadtbibliothek, die Schapfenmühle, ein Restaurant und eine Pyramide – gebaut und in der Stadthalle ausgestellt. Das Gewinnerteam mit Ella, Micha, Elias, Lina und Magdalena wollte mit der Stadtbibliothek ein Gebäude auswählen, das „nicht die anderen auch alle bauen“. Sogar an den lesenden Mann am Brunnen vor der Bibliothek haben sie gedacht.

Jürgen Kraft sammelt die kleinen, bunten Steine „aus Freude“ und erkennt sogar, welches Kind das Gebäude erstellt hat. „Hier können sie miteinander kreativ sein, riesige Gebäude bauen und üben dabei, sich abzusprechen und im Team zu arbeiten. Das geht allein zuhause nicht. Spielen ist wichtig für die Entwicklung und der Hype um Legosteine ist deshalb ungebrochen, weil sie so vielfältig sind.“

Ideen fürs Kinderzimmer

Natürlich wurde in den zwei Tagen nicht nur gebaut. Geländespiele, ein Raum zum Austoben und eine Oase für die hungrigen Baumeister rundeten das Ferienprogramm ab. Nicht weniger als 50 Helfer kümmerten sich um den reibungslosen Ablauf.

Diese hatten auch Pläne erstellt, welche Gebäude gebaut werden und wie diese aussehen könnten. „Aber wir konnten auch eigene Ideen einbringen”, erzählt der neunjährige Niklas, der zuhause vieles noch mal nachbauen will.

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