Sonderbuch Eine schöne, anspruchsvolle Mountainbike-Rennstrecke

Die Strecke bei Sonderbuch wurde von vielen Fahrern gelobt.
Die Strecke bei Sonderbuch wurde von vielen Fahrern gelobt. © Foto: Margot Autenrieth-Kronenthaler
MARGOT AUTENRIETH- KRONENTHALER 24.08.2015
Sie nennen sich Fun-Riders, Allgäu-Strampler, Albtrauf-Heizer oder Bergab-Bremser und sind an ihren strammen Waden: Zum 19. Mal fand in Sonderbuch das Sechs.-Stunden-Mountainbike-Rennen statt.

Zu erkennen sind sie an ihren muskulösen Oberschenkeln. Und die sind auch erforderlich, denn beim Sechs-Stunden-Mountainbike-Rennen ging es in einem Waldstück zwischen Sonderbuch und Gerhausen über Stock und Stein. Zum 19. Mal organisierte der Lions Club Blaubeuren-Laichinger Alb das Rennen. 137 Teilnehmer traten in unterschiedlichen Disziplinen an. Ob Einzelkämpfer, Zweier- oder Viererteams, ob Herren oder Damen, es galt, möglichst viele Runden innerhalb von sechs Stunden zu schaffen. Die Nase vorne hatte bei den Einzelfahrern Kai Kugler mit 41 Runden, bei den Zweierteams Vincent Günther und Patrick Rieger mit 43 Runden und bei den Viererteams der Veloce Speedclub mit 45 Runden.

Die 3,4 Kilometer lange Strecke bot Wurzelpfade und Schotterwege, steile Anstiege und rasante Abfahrten, die von den Sportlern je nach Leistungsstand locker oder unter Mühen gemeistert wurden. Start und Ziel waren beim Sonderbucher Sportplatz. "Wir starten seit letztem Jahr mit einem Sprint zum Rad", erläuterte Organisator und Lions-Mitglied Michael Hemscheidt. "Das ist bei den vielen Teilnehmern einfach sicherer." Es galt, auf dem Rundkurs einen Höhenunterschied von 75 Metern zu überwinden. Die Sportler kamen aus dem ganzen süddeutschen Raum bis von Oberbayern, Freiburg, Karlsruhe, dem Bodensee oder aus dem Fränkischen. "Es gibt viele Wiederholungstäter, das Rennen wird unter den Bikern weiter empfohlen", freute sich Hemscheidt.

Zum ersten Mal war Ethan Huber dabei. Er hatte Pech und musste nach einem Plattfuß fast eine ganze Runde mit dem Rad rennen. "Das ist eine gute Veranstaltung", lobte er. "Eine schöne Strecke, mit Holz, so dass es technisch auch anspruchsvoll ist und Spaß macht", meinte der 19jährige Azubi. Arnold Schnalke aus Dornstadt-Tomerdingen sah die Dinge gelassen. "Wenn´s mir zu steil ist, dann steig ich ab und schiebe und wenn einer schneller ist, weiche ich aus", sagte der 72-jährige Triathlet. "Mich freut es hier dabei sein zu können, auch wenn ich zwangsläufig der Letzte werde." Er erhalte sich so die Mobilität und Beweglichkeit und damit die Lebensqualität, meinte der fitte Senior.

Moderator Matthias Etzel fuhr in diesem Jahr in einem Viererteam mit. Wenn er seine Runden zu drehen hatte, moderierte er von unterwegs und so gab es den ein oder anderen etwas kurzatmigen Kommentar. Jutta (46 Jahre) und Nina Gunther (18) sind Mutter und Tochter und waren aus Pfaffenhofen in Oberbayern angereist. Beide traten in Mixed-Teams mit einem befreundeten Vater-Sohn-Gespann an. "Es ist eine schöne, schnelle Strecke," meinten die Frauen. "Wir verlieren aber immer zwei Minuten auf die Top-Männer", bedauerten sie. Rainer Fischer aus Illertissen regenerierte zwischen seinen zu fahrenden Runden auf dem Liegestuhl neben seinem Mannschaftskameraden. "Als Viererteam ist das ein schönes Gemeinschaftserlebnis. Wenn man zu zwei fährt, ist immer jemand auf der Strecke", meinte der 52-jährige, der sich eine halbe Stunde Auszeit gönnen konnte. Stefan Kugler, der Vater von Gewinner Kai Kugler ist dessen größter Fan und Unterstützer. "Für ihn ist die Strecke fast zu leicht", meinte der stolze Vater. Sein Sohn sei bei großen Rennen schon ganz vorne mit dabei gewesen. "Der fährt täglich 100 bis 120 Kilometer, er ist ein extremer Radler."

Den Erlös des Rennens stiftet der Lions Club Blaubeuren-Laichinger Alb wieder zum Großteil dem christlichen Jugenddorf Bläsiberg/Wiesensteig. Dort leben lernschwache und sozial benachteiligte Jugendliche. Soziale Projekte in der Region werden ebenfalls unterstützt, etwa die Himmelreich-Freizeiten des Blaubeurer Jugendwerks oder das Frauenhaus in Ulm. Dank einer Startgebühr von 25 Euro, Sponsoren und Tombola kommen immer mehrere tausend Euro zusammen. Rund 35 ehrenamtliche Helfer sorgen dafür, dass das Rennen reibungslos über die Bühne geht.