Historie Eine Lernquelle zur Stadtgeschichte

Heinz Surek präsentierte sein neues Buch zur Laichinger Stadtgeschichte.
Heinz Surek präsentierte sein neues Buch zur Laichinger Stadtgeschichte. © Foto: kir
kir 07.12.2018

Ich bin mir sicher, dass Heinz Sureks Buch einen Platz als Klassiker erobern wird“, meinte Dr. Heinz Pfefferle bei der Vorstellung des Buches „Die Laichinger Alb im Mittelalter“ im Gasthaus Rössle. „Das hat es bisher für Laichingen noch nicht gegeben“, führte der Vorsitzende des Geschichtsvereins Laichinger Alb aus. Seit zehn Jahren arbeitete der Laichinger Heimatforscher und Stadtführer Surek an dem Kompendium, und seit 2014 gärt im Geschichtsverein die Idee einer Publikationsreihe zur Stadtgeschichte. Heinz Surek macht mit seinem 200 Seiten starken Werk den Anfang der historischen Aufarbeitung. Publikationen, die sich beispielsweise mit Laichingen zur Zeit des Nationalsozialismus befassen, sollen folgen, war am Rande der Veranstaltung zu erfahren.

Doch zunächst wurde eine Art Standardwerk gefeiert und auch immens nachgefragt. 700 Stück ließ der Geschichtsverein drucken; der erste Schwung wurde bei der Vorstellung von den rund 80 Zuhörern zügig gekauft.

Im Namen der Stadt bedankte sich die stellvertretende Bürgermeisterin Gisela Steinestel für das Engagement, und der Geschichtslehrer Werner Wößner freute sich über die Klassensätze des Buches. „Das Buch verbindet den regionalen Bezug und die exemplarische Bedeutung geschichtlicher Ereignisse“, erläuterte der Pädagoge. „Beides wollen wir im Unterricht vermitteln“, sagte er. „Mit dem Buch haben wir endlich Zugriff auf Laichinger Quellen, und so etwas wie die Abbildung des Laichinger Stadtbriefs zur Stadtgründung von 1364 ist für uns eine Art ABC des Geschichtsunterrichts“.

Heinz Surek führte selber in sein Buch ein und berichtete auch humorvoll über seine Forschungsarbeit. „Ich habe so viele Akten gesehen in denen noch der Löschsand drin war, als ich sie öffnete“, berichtete er. „Dann habe ich den Löschsand einfach drin gelassen, damit mein Nachfolger auch das Gefühl hat, er öffne die Akten zum ersten Mal“, schmunzelte der Autor.

Ihm sei es stets ein Anliegen gewesen, quellenkritisch vorzugehen, meinte der pensionierte Geschichtslehrer. In jedem Kapitel habe er sich gefragt, ob die Übersetzung korrekt ist und welche Absichten die jeweiligen Schreiber verfolgten. „Ich habe das populärwissenschaftlich geschrieben, erhebe aber gleichwohl den Anspruch auf Wissenschaftlichkeit“, meinte Heinz Surek, der seine Quellen stets aufführt.

Im Mittelalter

Das Buch beginnt mit dem frühen Mittelalter (6. bis 11. Jahrhundert) und der Ansiedelung der Alemannen um 500 bis 600 in Laichingen. Vermutlich entstand der Name „Laichingen“ nach einem Mann namens Laicho oder Laico. Dieser Laicho muss in der natürlichen Mulde, die sich nach Osten hin weit öffnet, aber in den anderen Himmelsrichtungen durch Höhenzüge geschützt ist, ein ideales Siedlungsgebiet gefunden haben. Am heutigen Laichinger Marktplatz befanden sich wohl mehrere Hülen, die die Wasserversorgung sicherten. Grabfunde weisen auf die Alemannen hin. Das Buch behandelt auch die Tochtersiedlungen Hohenstadt, Feldstetten, Waldstetten und Weidstetten.

Heinz Surek schildert die Entstehung von Haufendörfern, die alemannische Gesellschaftsordnung und schließlich die Gründung des „Maierhof“ als Verwaltungszentrum des Grundherrn im hohen Mittelalter. Bis heute verspürt man in den Maierhöfen aus fränkischer Zeit einen Hauch von Mittelalter.

Heinz Surek versteht es anschaulich, verschiedene Standorte wie das Blaubeurer Chorgestühl des Klosters mit Laichingen zu verbinden und hat ein Buch geschrieben, das man so schnell nicht weg legt. Es sei denn, die Pflichten der Neuzeit zwingen einen dazu.

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