Bildung Eine Gruppe wird stillgelegt

Alb-Donau-Kreis/Ulm / mäh 20.06.2018

Gut 70 Prozent der 150 Schüler der Astrid-Lindgren-Schule leiden an einer nicht hörbaren Sprachstörung. Das berichtete Andreas Neidlinger, Leiter des Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrums mit dem Förderschwerpunkt „Sprache“, im Sozialausschuss des Alb-Donau-Kreistags. Die Schule am Ulmer Kuhberg ist in gemeinsamer Trägerschaft des Alb-Donau-Kreises und der Stadt Ulm. „Die Kinder können diese Sprachstörung beim Sprechen geradezu perfekt überspielen“, sagte Neidlinger. Doch sie können einzelne Worte oder Laute nicht unterscheiden – ein großes Handicap für das Lesen- und Schreibenlernen.

Hier setze die Arbeit der Schule an: „Wir müssen für jedes einzelne Kind herausfinden, wie es lernt und wie es am besten lernt.“ Zwölf Schüler werden im Normalfall in einer Klasse unterrichtet, die den regulären Grundschul-Lehrplan durcharbeitet. Die Schule endet mit Klasse 6. Denn im Alter von zwölf Jahren sei die sprachliche eigentlich Entwicklung abgeschlossen. Weitere Fortschritte sein nur mit harten Lernmethoden möglich, erklärte Neidlinger. Den meisten Schülern gelinge es, nach Klasse 6 auf eine Regelschule zu wechseln, meist auf eine Gemeinschaftsschule.

Der Astrid-Lindgren-Kindergarten, ein Schulkindergarten für Sprachbehinderte, sei organisatorisch unabhängig, bereite die Kinder aber auf die Schule vor, sagte Neidlinger: „Da findet die intensivste Form der Sprachtherapie statt.“ Noch hat der Kindergarten zwei Gruppen. Weil aber eine Lehrerin langfristig erkrankt sei, könne im kommenden Schuljahr nur eine Gruppe eingerichtet werden, die zweite werde vorläufig stillgelegt Davon nicht betroffen ist die Außengruppe des Astrid-Lindgren-Kindergartens in Ehingen. In Form einer Intensivkooperation werden im dortigen St.-Franziskus-Kindergarten Kinder mit einer Sprachbehinderung betreut. Diese habe sich gut bewährt.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel