Laichingen Ein ungewöhnliches Orchester

Dank an Tatjana Bräkow-Kilius (re) gabs von Claudia Sabjetzki (li) vom Verein "Eltern und Freunde des Albert-Schweitzer-Gymnasiums". In der Mitte Lehrerin Zuzana Loutocká von der Musikschule Unicov aus Tschechien.
Dank an Tatjana Bräkow-Kilius (re) gabs von Claudia Sabjetzki (li) vom Verein "Eltern und Freunde des Albert-Schweitzer-Gymnasiums". In der Mitte Lehrerin Zuzana Loutocká von der Musikschule Unicov aus Tschechien. © Foto: Sabine Graser-Kühnle
Laichingen / SABINE GRASER-KÜHNLE 29.10.2014
Tatjana Bräkow-Killius leitet das Laichinger Schulorchester. Das hat seinen Sitz zwar am Gymnasium, doch die Lehrerin nimmt Musiker aus allen Schulen Laichingens auf. Das hat sich als Gewinn herausgestellt.

Seit vielen Jahren engagiert sich Gymnasiallehrerin Tatjana Bräkow-Killius mit musikalischen Angeboten zusätzlich zum Musikunterricht am Albert-Schweitzer-Gymnasium. Begonnen hat alles mit der Schulband unter Tatjana Bräkow-Killius' Leitung, die je nach Besetzung mal als Pop-Rockband, mal als konzertante Softpopband auftrat. Vor vier Jahren, rechtzeitig zum 100. Jubiläum des Albert-Schweitzer-Gymnasiums, gründete die Lehrerin der Fachschaft Musik am Laichinger Gymnasium ein Schulorchester. Schon bald musste sie aber feststellen, dass allein mit Schülern aus dem Albert-Schweitzer-Gymnasium keine Orchester-Besetzung zu erreichen ist. Obwohl sie sich beim Instrumentarium längst nicht am klassischen Symphonieorchester orientiert, um allen musizierenden Gymnasiasten die Möglichkeit zu geben, sich im Schulorchester zu engagieren.

Also öffnete Tatjana Bräkow-Killius das Orchester für musizierende Schüler aller Laichinger Schulen. Seither verzeichnet das "Laichinger Schulorchester" einen guten Zulaufs, wie sie sagt. Das Schulorchester ist relativ breit aufgestellt, so dass sie bei Auftritten nur in den tiefen Registern erwachsene Unterstützung etwa mit einem Cellisten und Bratschespieler, holt.

Zwar ist die Orchesterliteratur klassisch ausgerichtet, doch was die jungen Leute spielen, geht weit darüber hinaus. So erarbeiteten sich die Schüler neben Stücken aus Vivaldis "Vier Jahreszeiten" beliebte Filmmusiken, wie der Trailer aus "Miss Marple" und einem Hit aus "Fluch der Karibik". Jüngst studierten sie Werke aus dem Mittelalter und der Renaissance ein. Diese Vielseitigkeit rührt von den unterschiedlichen Anlässen her, zu welchen das Orchester spielt. Da galt es, die schulische Jubiläumsfeier zu umrahmen, die Premiere der schuleigenenTheater AG musikalisch zu gestalten und bei der Geburtstagsfeier der Stadt Laichingen gehörte das Orchester zum Musikprogramm.

Weil es für die ungewöhnliche Besetzung des Laichinger Schulorchesters keine Noten gibt, arrangiert die Lehrerin die Werke um. Das Bearbeiten der Musikstücke und deren Auswahl, um dem Niveau des Orchesters gerecht zu werden, beanspruchen viel Zeit. Ebenso zeitintensiv ist der Kontakt zur Musikschule Unicov in Tschechien, den das Schulorchester seit zwei Jahren pflegt. Schüleraustausche und gemeinsame Konzerte organisieren gehören dabei zum Aufgabenfeld von Tatjana Bräkow-Killius. Nicht immer einfach, sagt sie, denn allein Gasteltern für die tschechischen Schüler zu finden, sei mühsam. "Das wirft kein gutes Bild auf Laichingen mit einem Gymnasium mit 700 Schülern." Dass sie die Mühe dennoch auf sich nimmt erklärt sie damit, dass "solche Projekte das Orchester zusammen schweißen". Die Orchesterleiterin plant zudem ein Vororchester aufzubauen. So will sie den Orchesternachwuchs auf das Niveau des Schulorchesters Laichingen vorbereiten. Integriert werden sollen dort neben am Schulorchester interessierten Schülern der Klassen 5. bis 11. Aktive der Schulband. Diese wiederum wird künftig aufgesplittet in das Vororchester und eine Musical-Band, die die schulischen Musicalaufführungen begleiten soll.

Für das Engagement von Tatjana Bräkow-Killius bedankte sich jüngst der Verein "Eltern und Freunde des Albert-Schweitzer-Gymnasiums". Die Vorsitzende Claudia Sabjetzki überreichte ihr neben dem Dank als Anerkennung und Unterstützung für ihre weitere Arbeit 1000 Euro. Dafür hat Bräkow-Killius gute Verwendung: Einerseits möchte sie den Austausch nach Tschechien intensivieren, wo allein die Busanmietung viel Geld kostet. Außerdem soll das Instrumentarium des Orchesters ausgebaut werden.

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