Geburtstag Ein Mannschaftstransportwagen zum 80-Jährigen

Der erste offizielle „Einsatz“ des neuen Mannschaftstransportwagens der Wainer Feuerwehr führte im Rahmen eines kleinen Umzuges nach der Übergabe zur Festhalle.
Der erste offizielle „Einsatz“ des neuen Mannschaftstransportwagens der Wainer Feuerwehr führte im Rahmen eines kleinen Umzuges nach der Übergabe zur Festhalle. © Foto: Manuela Rapp
Wain / Manuela Rapp 13.06.2018

Man nehme eine flotte Organisation, ein zweitägiges Festprogramm mit Musik, Tanz, Unterhaltung, Umzug, Gottesdienst, Gäste aus Kärnten und schon steht der Rahmen für den 80. Geburtstag der Wainer Feuerwehr. Auch ein langgehegter Wunsch ging in Erfüllung: ein Mannschaftstransportwagen (MTW). Der Gemeinderat hat das Geburtstagsgeschenk ermöglicht. Bürgermeister Stephan Mantz zeigte sich bei der von der Musikkapelle umrahmten offiziellen Übergabe stolz darauf, dass das Gremium „die notwendigen Mittel für Beschaffungen bewilligt hat.“ Die Verwaltung habe damit einen großen Beitrag geleistet „zur Sicherung der Zukunft unserer Feuerwehr“.

Doch auch die Vergangenheit wurde bei so einem Anlass nicht außer Acht gelassen. Nicht nur äußerlich, denn der aktuelle Kommandant Bodo Stetter trug den historischen Diensthelm des ersten Amtsinhabers dieses Ehrenamts, Jakob Stierle. 80 Jahre ist das jetzt her. Dabei sei das Feuerwehrwesen in Wain viel älter, erklärte der Redner, mehr als 400 Jahre sogar. Der Grund ist ein einfacher: „Früher gab es eben keinen freiwilligen Dienst, sondern eine Pflichtfeuerwehr.“

Zeitweise über 130 Mann seien es gewesen, die mit Wassereimern, ein paar wenigen Schläuchen und einem Hydrophor (einer Wasserpumpe) ausrücken mussten. Knochenarbeit, die mit dem Bau der Wasserleitung etwas leichter wurde. Aber immer noch war das Löschwesen eine Pflichtaufgabe. „Erst mit der Reichsfeuerwehrordnung von 1938 und der Feuerwehrabgabe für jeden dienstfähigen Mann wurde die Pflicht- in eine Freiwillige Feuerwehr umgewandelt“, sagte Stetter. Im Hinblick auf die Jahreszahl sei allerdings klar, warum heuer des 80-jährige Bestehens gedacht wird.

Verändert habe sich vieles, allein schon die Geräte. Dennoch bleibt auch etwas Verbindendes: „Die Feuerwehr ist immer noch ehrenamtlich tätig.“ Und was den Diensthelm betrifft: Der kam über Stuttgart und die Schweiz just zum Jubiläum nach Wain zurück. Statt eines Gastgeschenks spenden die Wainer Floriansjünger im Übrigen an die Notfallseelsorge im Landkreis Biberach.

Der Bürgermeister bezeichnete die Wehr als „Glücksfall“ für die Gemeinde. Sie stehe für die Einwohner seit 80 Jahren als Garant, „dass alles getan wird, um Leben zu retten und Hab und Gut vor Schaden zu bewahren“, erklärte Stephan Mantz. Nicht nur durch Brände, sondern auch durch andere Katastrophen. Alle Kameraden seien „ein leuchtendes Beispiel dafür, was Verantwortungsbereitschaft für das Gemeinwesen bedeutet und bewirkt.“ Ausdrücklich schloss der Schultes in den Dank die Angehörigen ein. Mit der aktiven Jugendgruppe schlage die Feuerwehr den Bogen in die Zukunft.

Natürlich hatten die Gastgeber auch Gäste eingeladen. Vertreter der umlegenden Wehren, aber auch die Partnerwehren aus Arriach und Laastadt und die kommunale Spitze aus der Partnergemeinde Arriach. Deren Bürgermeister Gerald Ebner nannte die Brandbekämpfer beider Kommunen eine „ganz wichtige Säule unserer Partnerschaft.“ Gleichzeitig bedankte er sich bei den Wainern als „grandiose Gastgeber im Sinne unserer Partnerschaft.“ Als Präsent versprach er 80 Meter B-Schläuche – abzuholen beim nächsten Besuch.

Pfarrer Eyrich weiht MTW

Der Geschenke nicht genug: Die österreichischen Kameraden mit den Kommandanten Markus Müller (Arriach) und Erwin Tabojer (Laastadt) hatten ein geschnitztes Holzrelief mit Christophorus-Motiv mitgebracht sowie ein Gedicht. Vom Kreisfeuerwehrverband Biberach gab es ebenfalls eine kleine Erinnerung, die dessen Abgesandter Willi Städele übergab. Pfarrer Ernst Eyrich weihte das Fahrzeug und segnete die Menschen, die mit ihm unterwegs sind.

Seinen ersten offiziellen „Einsatz“ hatte der neue Mannschaftswagen beim kleinen Festumzug zur Festhalle. Ehrenkommandant Albrecht Gerhard durfte mitfahren. „Die Fahrt war gut“, kommentierte er. Er sei stolz, wie sich alles entwickelt habe.

Der neue MTW der Wainer Feuerwehr

Fahrzeug Der neue Mannschaftstransportwagen (MTW) der Freiwilligen Feuerwehr Wain bietet Platz für acht Personen. Der Ford Transit, der von der Spezialfirma Schäfer umgebaut wurde, kostet 52 700 Euro. Da keine Zuschüsse geflossen sind, finanziert die Gemeinde den MTW komplett aus Eigenmitteln.

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