Kommunales Kurt Wörner verlässt Laichinger Gemeinderat

Kurt Wörner (links) ist am Montagabend vom stellvertretenden Bürgermeister Bernhard Schweizer verabschiedet worden. Eine offizielle Verabschiedung folgt noch.
Kurt Wörner (links) ist am Montagabend vom stellvertretenden Bürgermeister Bernhard Schweizer verabschiedet worden. Eine offizielle Verabschiedung folgt noch. © Foto: mp
Gut / mp 16.05.2018

Gut. Ich fühle mich frei wie ein Vogel.“ Kurt Wörner, der seit Montagabend kein Stadtrat im Laichinger Gremium ist, empfindet seinen Schritt nur positiv. Er hatte den Gemeinderat aus Altersgründen um seinen vorzeitigen Abschied gebeten. Und trotz vieler Worte des Bedauern   aus allen Fraktionen ließen die Räte den CDU-Fraktionsvorsitzenden  einstimmig gehen.

„Die Wähler des Stimmen­königs und auch ich werden Kurt Wörner vermissen“, betonte  Ernst Joachim Bauer von der Igel-Fraktion (siehe auch Info). Wörners Art werde dem Gemeinderat fehlen, erklärte er weiter.  Und die Igel-Frakionssprecherin  Gisela Steinestel meinte: „Jetzt, wo wir uns duzen, geht er.“

Sie habe vor seiner Arbeit im Gremium  besonders bei den Themen Schulen und Flüchtlingen „größten Respekt“ gehabt, betonte Steinestel. Wörner habe immer „für viele Menschen ein großes Herz“ gehabt.

Bernhard Schweizer, der Bürgermeister Klaus Kaufmann am Montagabend vertrat, meinte auch in seiner Funktion als Sprecher der LAB,  mit Wörner gehe eine Person „mit hohem Sachverstand, der immer für die Schulen in der Stadt gekämpft“ habe.

Mit seiner Tätigkeit als Sprecher des Helferkreises sei er ein großes Vorbild dafür gewesen, sich ehrenamtlich zu engagieren. Und  Reiner Fink von der BWV bedankte sich bei Wörner für dessen Kompromissbereitschaft im Gemeinderat.  Man habe sich „fast immer gut verstanden trotz manchmal unterschiedlicher Ansichten“. Wörner selbst betonte, dass sein Alter  der „einzige Beweggrund“ für ihn gewesen sei. Die Arbeit als Gemeinderat „hat gezehrt, und ich fühle mich jetzt erleichtert“.  Er betonte, im kommenden Jahr als Kreisrat erneut kandidieren zu wollen.

Wörner, der mit einer kurzen Unterbrechung seit 1994 im Gemeinderat sitzt,  hat diese Zeit nicht bereut. Im Gegenteil, er würde sich wieder bewerben, „wenn ich 30 Jahre jünger wäre“.

Als schwierigste Zeit nannte  er die Monate, als in Laichingen der Bestand des Krankenhauses auf der Kippe stand, das Haus schließlich vom Kreis übernommen wurde, weil es allein „nicht mehr tragbar“ gewesen sei. „Das haben viele nicht verstanden, es gab damals viele Anfeindungen“, sagt Wörner rückblickend. Besonders am Herzen lagen dem früheren Realschulrektor das Schulwesen und die Jugend. Er verweist darauf, dass es in Laichingen schon früher für sechs Jahre einen Jugendgemeinderat gegeben habe. So sehr ihn diese Themen bewegt haben, „Bausachen  sind mir gar nicht gelegen.“

Wörners Nachfolge ist übrigens geregelt: Ihm folgt Realschul-Konrektorin Bettina Bochtler.

Bauer ist jetzt ältester Gemeinderat

Im Bundestag gibt es den Alterspräsidenten, ein ähnliches Amt gibt es bei Gemeinderäten nicht. Deshalb war es mehr scherzhaft gemeint, als Ernst Joachim Bauer sich traurig zeigte, dass Wörner das Gremium verlasse, der bislang mit knapp 71 Jahren ältester Gemeinderat war. Diesen Titel hat nämlich jetzt Bauer inne, der 70 Jahre alt ist. Doch Bauer kann beruhigt sein: Mit diesem „Titel“ ist kein Mehr an Aufwand oder Arbeit verbunden.