Feier Stadtfest Erbach: Hoch auch auf dem Stimmungsbarometer

Erbach / Franz Glogger 05.08.2018
Zwar machte die Hitze Vereinen und Besuchern des Erbacher Stadtfests zu schaffen, doch stieg bei tausenden Gästen auch die Laune beim Besuch des Party-Wochenendes.

Schatten war das mindeste, was die Besucher des Erbacher Stadtfestes am Sonntag suchten. Am allerliebsten wäre ihnen wohl ein kühles Plätzchen gewesen, doch die waren rar gesät. Denn bereits zum ökumenischen Gottesdienst am Vormittag hatte das Thermometer ein klares Ziel: die 30er Marke zu knacken. Das gelang spätestens zum Oldtimer-Umzug um 14 Uhr. Da war es verständlich, dass die Fendt, Fahr, Güldner, Schlüter und wie die betagten Vehikel alle hießen, an weniger Zuschauern vorbei rollten als in anderen Jahren. Viel wichtiger jedoch: Mit dem Thermometer schien auch die Stimmung zu wetteifern, sprich, allenthalben war gute Laune angesagt.

„Gigantisch“ sei diese an allen Stadtfest-Tagen gewesen, berichtete der Vorsitzende des Gewerbevereins (HGV) Thomas Knöpfle. Bereits am Freitagabend bei der Stadtgeburtstagsparty am Badesee hatte dieses Hoch begonnen. Auf „einige tausend Besucher“ schätzt Maria-Theresia Schneider, Organisatorin seitens der Stadt, die Anzahl der Menschen, die bis spät in die Nacht in der Anlage feierten.

Bands machen Stimmung

Stimmung machte dabei die Band „Albkracher“, die Vereine kümmerten sich um die Verpflegung. Für diese und für den Bauhof hatte Schneider eines dickes Lob parat, denn bis der Morgen graute, war die Anlage wieder blitzblank geputzt. Und von diesem Zeitpunkt an wurde die Innenstadt zur Festmeile.

Für den am Samstag um 17 Uhr beginnenden Festabend hatte die „Stadtfest GBR“ die Band „Notausgang“ engagiert. Geschäftsführer Michael Bucher erwartete sich davon „einiges“  – er wurde nicht enttäuscht. Mit eingängiger Blasmusik bis hin zu AC/DC auf Tuba und Co. begeisterte die Band die Besucher. „Das war der Wahnsinn, wie es auf dem Marktplatz abging“, sagte Knöpfle: Es dauerte nicht lange, und das halbe Fest tanzte auf den Tischen. Bucher bat die Band umgehend, das nächste Stadtfest im Terminkalender zu reservieren.

Friedliches Fest

Wichtig bei alledem – ob beim Remmidemmi in der Badeanlage oder in der Stadtmitte – das Fest lief absolut friedlich ab. Das einzige „Überbleibsel“ am Sonntagmorgen waren zwei Gäste, die die Nacht auf der kleinen Wiese hinterm Rathaus zugebracht haben. Von dem Gottesdienst, den Pfarrer Joachim Haas gemeinsam mit seinem neuen evangelischen Amtskollegen Frank Esche – es war sein erster Auftritt – und der Band Shendoa gestaltete,  dürften sie wenig mitbekommen haben.

Den Vereinen, die anschließend Essen anboten, machten die hohen Temperaturen etwas zu schaffen. „Am Samstagabend waren wir ausverkauft und mussten noch schnell im Supermarkt Nachschub holen. Heute merkt man, dass es den Leuten zu heiß ist“, kommentierte HGV-Mitglied Helmut Kilb die maue Nachfrage.

Nach einem Tag am See oder im Garten erwachte bei den Erbachern am Abend erneut die Lust auf Getränke, Essen und Geselligkeit, das Fest füllte sich wieder. „Es war ein tolles Wochenende. Ein großes Lob an die vielen Helfer. Ich hoffe, sie sind so superzufrieden wie ich“, sagte Bürgermeister Achim Gaus.

Vorläufer waren Heimat- und City-Fest

Anlass Das Stadtfest Erbach wurde anlässlich der Stadterhebung am 1. August 2002 geboren. Zuvor gab es einige Jahre das „City-Fest“, das der Heimatverein  mit anderen Vereinen aus dem „Heimatfest“ entwickelt hat. Selbiges fand 1970 erstmals statt, gegründet hatte es der „Schwimm­badverein“ – Vorgänger des Heimatvereins. Über Jahrzehnte war es Haupteinnahmequelle für den Bau eines Schwimmbades, der heutigen Badeanlage. 1984 wurden rund 450 000 Mark an die Kommune übergeben, die dieselbe Summe drauflegte.

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