Abfallwirtschaft Ein Fingerzeig in Richtung Autonomie

Langenau / Markus Fröse 17.07.2018

Mit 16 zu 6 Stimmen hat sich der Langenauer Gemeinderat dafür ausgesprochen, die Müllabfuhr weiterhin selbst organisieren zu wollen und diese Aufgabe nicht an den Landkreis Alb-Donau abzugeben. Bürgermeister Daniel Salemi hatte zuvor darauf hingewiesen, dass das vom Landkreis gewünschte Votum der Langenauer nur als „Fingerzeig“ gedacht ist, um ein Stimmungsbild von den 55 Landkreis-Gemeinden zu erhalten.

Die eigentliche Entscheidung trifft im Oktober der Kreistag, wenn alle Gemeinden sich in dieser Sache erklärt haben. Wobei dann ab Ende Februar 2022 – wenn die bisherigen Vereinbarungen auslaufen – entweder jede Kreisgemeinde ihre Abfallangelegenheiten weiter selber regelt, oder der Landkreis das für alle Gemeinden übernimmt. Ausnahmen für einzelne Gemeinden seien laut Gesetz nicht möglich.

Aufgabe wird schwieriger

Die Langenauer Stadtverwaltung hatte sich vor dem Votum für eine Rückübertragung an den Kreis ausgesprochen. In den vergangenen Jahren hätten sich die Anforderungen an die Abfallwirtschaft durch EU-Richtlinien und deutsche Gesetze weiterentwickelt und seien zunehmend schwieriger geworden, teilte Martin Hofstätter vom Langenauer Umwelt- und Steueramt dem Rat seine Einschätzung mit. Wobei die Sachlage in Zukunft laut Bürgermeister Daniel Salemi noch komplexer wird. Eine große Verwaltung wie die des Landkreises könne zunehmende Herausforderungen in diesem Bereich besser bewältigen als einzelne Gemeindeverwaltungen, meinte Salemi.

Einig waren sich Verwaltung und Räte, dass es vorteilhaft ist, selbst über Abfuhrrhythmus, Gebührensystem, Grüngutannahme oder den Fortbestand des Recyclinghofs bestimmen zu können. Fraktionsübergreifend waren diese Vorteile einigen Räten dann doch wichtiger als die von der Verwaltung erwarteten, zukünftigen Nachteile.

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