Soziales Ein Dankeschön für die Pflegefamilien

Im Urgeschichtlichen Museum konnten die Familien miteinander ins Gespräch kommen.
Im Urgeschichtlichen Museum konnten die Familien miteinander ins Gespräch kommen. © Foto: Eva Menner
Alb-Donau-Kreis / Eva Menner 19.07.2018

Alljährlich lädt der Alb-Donau-Kreis die Pflegefamilien aus dem ganzen Kreis als Dank für ihr Engagement zu einem Ausflug ein. Diesmal war das Ziel das Urgeschichtliche Museum in Blaubeuren, dort gab es Führungen und Bastelangebote für die Kinder sowie Gelegenheit miteinander ins Gespräch zu kommen. Sozialdezernent Josef Barabeisch betonte den großen Stellenwert der Pflegefamilien für die Kinder und die Gesellschaft: „Sie geben den Kindern Sicherheit, Geborgenheit und Vertrauen, vermitteln ihnen Werte und machen sie zu selbstbewussten Menschen.“

Familie Brand aus Erbach hat zwei Brüder als Pflegekinder, 17 und 14 Jahre alt. Sie kamen im Alter von drei und einem Jahr zu ihnen. „Die sind für uns wie eigene Kinder“, meint der Pflegevater. Seit 1992 nehmen die Brands Kinder auf. Wie viele genau, wissen sie auf Anhieb nicht, sie schätzen 11 bis 14. Manche waren nur in Kurzzeitpflege bei ihnen, etwa wenn eine Mutter in Kur war.

Zwei Pflegekinder leben bei der Familie Pecoraro, ebenfalls aus Erbach. Beide Mädchen, keine Geschwister, kamen schon im Alter von wenigen Wochen als Säuglinge zu ihnen. „Als wir zwei eigene Kinder hatten, wollten wir eigentlich ein drittes, haben aber gedacht, vielleicht ist es besser, eines, um das sich die Eltern nicht kümmern können, bei uns aufzunehmen“, erklärt Gianfranco Pecoraro. Dass sie noch so klein waren, habe das Ganze natürlich leichter gemacht als es bei älteren Kindern gewesen wäre, die schon einiges durchgemacht haben. Zurzeit gibt es im Alb-Donau-Kreis rund 120 mögliche Pflegestellen, bei 89 davon leben derzeit Kinder.

Ein gewisses „Überangebot“ an Bereitschaftspflegeltern ist wichtig, denn manchmal muss innerhalb von wenigen Stunden jemand gefunden werden, der ein Kind aufnehmen kann, so Andrea Johnson vom Pflegekinderdienst des Alb-Donau-Kreises. Wer ein Kind in Pflege nehmen will, muss zuerst ein polizeiliches Führungszeugnis und eine ärztliche Unbedenklichkeitsbescheinigung vorlegen. Danach wird geprüft, ob es Auffälligkeiten in der Familie gibt, und dann ein Gespräch vereinbart, es folgt ein Einführungsseminar. Bis jetzt hat Johnson mit keiner Pflegefamilie schlechte Erfahrungen gemacht. „Alle kümmern sich liebevoll um die Kinder“, meint sie.

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