Kirche Ehrung des katholischen Pfarrers Gerhard Bundschuh

Vergangenen Sonntag feierte Gerhard Bundschuh sein Priesterjubiläum.
Vergangenen Sonntag feierte Gerhard Bundschuh sein Priesterjubiläum. © Foto: Thomas Vogel
Dietenheim / Thomas Vogel 14.03.2018
Vor 40 Jahren empfing Gerhard Bundschuh seine Weihe. Nun wurde der Dietenheimer Pfarrer mit Zuneigung und Respekt geehrt.

Seine konsequente Haltung, sein gelebtes Priestertum, sein Stehvermögen, seine Gradlinigkeit, seine ökumenische Offenheit – und natürlich sein ansteckender Humor. Pfarrer Gerhard Bundschuh bekam am Sonntag in geballter Form vor Augen geführt, was seine engere und weitere Umgebung so alles an ihm schätzt.

Wer in Dietenheim in der närrischen Jahreszeit so manchen Klamauk mitmacht, darf sich dann nicht wundern, wenn zu seinem persönlichen Jubiläum der „Ranzenburger Narrenmarsch“ angestimmt wird. Bundschuh hatte übrigens einst einige Strophen zur inoffiziellen Hymne der Stadt beigesteuert.

Seit 40 Jahren ist er nun schon Priester. Die Dietenheimer zeigten ihm, wie sehr sie ihn mögen: Beim Festgottesdienst war kein Platz unbesetzt geblieben. Der Gottesdienst wurde von zahlreichen Priesterkollegen, 40 Ministranten und Kirchenchöre seiner Seelsorgeeinheit mitgestalteten. Bis zum Schluss stand auch die historische Bürgerwehr im Mittelgang Spalier.

Im Anschluss ging es für Bundschuh in einer Pferdekutsche weiter. In Begleitung der Bürgerwehr, Stadtkapelle, Feuerwehr und den Gottesdienstbesuchern wurde er zur Stadthalle gebracht, wo ein Empfang stattfand. Auch dort ging es dicht gedrängt zu. Es herrschte eine gelöst Stimmung, doch stellenweise wirkten die Besucher auch nachdenklich.

Thomas Breitkreuz, ein jüngerer evangelischer Kollege Bundschuhs, bezeichnete sich selbst als „einer, der noch gar nicht da war“, als Bundschuh schon im Geschäft war. Er habe ihm so manche Tür geöffnet, als er in Dietenheim noch neu war. Breitkreuz sei seinem Kollegen auch sehr dankbar für seine „ökumenische Offenheit“.

Für die Gemeinschaft der Christen sei Bundschuh bereit, „auch unkonventionelle Wege zu gehen“, sagte Bürgermeister Christopher Eh über den katholischen Pfarrer. Er trete offen für seine Überzeugungen ein und schiele dabei „nicht auf die Mehrheiten“. Bundschuh sei „seiner Berufung treu geblieben“.

Auch das vielfältige Engagement des Pfarrers wurde in den Ansprachen deutlich. Heidi Kleck sprach  stellvertretend für alle Schulen über die Arbeit Bundschuhs, Karl Patz für die Kirchengemeinden und Michael Lobenhofer für die Notfallseelsorge Ulm/Alb-Donau.

Gerhard Bundschuh selbst erzählte im Gottesdienst, dass sein Interesse am Pfarrberuf im Laufe der christlichen Jugendarbeit erwacht sei. In seiner persönlichen Ansprache gab er sich auch nachdenklich. So beobachte er, dass die christliche Botschaft innerhalb der Familien an Stellenwert verloren habe.

Dem engen Draht zu den Menschen hat seine Ehrlichkeit und Offenheit in all den Jahren nicht geschadet – ganz im Gegenteil. Das war beim Priesterjubiläum deutlich zu erkennen: Nach und nach füllte sich die Bühne in der Stadthalle mit sehr persönlichen Geschenken, viele Gäste nutzen die Gelegenheit, Bundschuh persönlich zu gratulieren. Und immer wieder nickten viele kennerhaft, wenn die Laudatoren vom Schalk im Nacken des katholischen Pfarrers sprachen.

Der Bürgermeister Christopher Eh war es, der aber auch die von Ratlosigkeit bestimmte Seite aufschlug. Die Situation heute sei auch dadurch gekennzeichnet, dass „die Kirche sich immer schwerer tut, die Menschen zu erreichen“.

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