Ehingen Ehinger Konviktskirche: Freier Blick auf die Fresken

Das neue Licht sitzt auf den Kapitellen, den oberen Abschlüssen der Säulen: Keine Hängelampe stört mehr den Blick auf die Vierungskuppel und die Fresken in Haupt- und Querschiff der Ehinger Konviktskirche.
Das neue Licht sitzt auf den Kapitellen, den oberen Abschlüssen der Säulen: Keine Hängelampe stört mehr den Blick auf die Vierungskuppel und die Fresken in Haupt- und Querschiff der Ehinger Konviktskirche. © Foto: Andreas Hacker
Ehingen / ANDREAS HACKER 02.01.2015
Im August 2011, vor mehr als drei Jahren, ist die Ehinger Konviktskirche geschlossen worden. Jetzt sind Sanierung und Restaurierung fast fertig. Zur Wiedereröffnung im Juni kommt Bischof Gebhard Fürst.

Zwei Wochen lang hat im Innern der Ehinger Konviktskirche das Licht gebrannt. Der Anlass war, wie Architekt Gerhard Scheid erzählt, eher banal: Im Innenraum einer der schönsten Herz-Jesu-Kirchen ist ein neues Licht installiert worden, das die Fresken an der Vierungskuppel und in den Gewölben von Haupt- und Querschiff ganz neu in Szene setzt: keine Lampen mehr, die störend von der Decke hängen, sondern 100 LEDs, die auf den Kapitellen der Säulen angebracht wurden - 56 Doppelstrahler, 4 Einzelstrahler und 40 Linienleuchten. Und weil die nach Abbau des Innengerüsts nur noch mit einem Hubsteiger ausgetauscht werden können, gab es zuvor eine Bewährungsprobe: Lässt man die neuen Leuchten etwa zwei Wochen brennen, hat man eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass Mängel in dieser Zeit erkennbar werden und die anderen LEDs dann ihre Betriebszeit von bis zu 50.000 Stunden sicher erreichen.

Scheid freut sich, dass das Denkmalamt der neuen Technik zugestimmt hat. Das Licht im Innenraum wird eine der Besonderheiten sein, wenn die Konviktskirche voraussichtlich im Juni 2015 nach dann knapp vierjähriger Außensanierung und Restaurierung im Innern von Bischof Gebhard Fürst wieder eröffnet wird.

An der Kirche waren massive Schäden am Dach festgestellt worden. Das Gotteshaus war daraufhin geschlossen und im Februar 2012 auch leergeräumt worden. Die Baukosten waren anfangs auf 1,1 Millionen Euro geschätzt und dann auf knapp zwei Millionen Euro korrigiert worden. Jetzt rechnet die Diözese - die Konviktskirche gehört zum bischöflichen Stuhl - mit Kosten von 2,7 Millionen Euro. "Bei den Arbeiten im Innern sind wir im Plan", sagt Scheid. Deckenschale, Gemälde und Wände sind erneuert, Lichtplanung und Elektroinstallation abgeschlossen. Schwerpunkt jetzt ist das neue Gestühl, das aus dem Eschenholz des alten Gestühls geschreinert wird. Der Natursteinboden muss noch abgeschliffen werden, dann folgt der Holzfußboden unter den neuen Sitzbänken.

Bereits fertig sind die liturgischen Orte: Der Münchner Bildhauer Alexander Henselmann, der Enkel des Altar-Erbauers Josef Henselmann, hat Ambo, Tabernakel und Priestersitz zum Altar passend neu gestaltet.

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