Umwelt eCarsharing für Berghülen

Katrin Albsteiger, Uwe Kunath und Thorsten Stumpf (re.) von den Stadtwerken haben das neue Projekt vorgestellt.
Katrin Albsteiger, Uwe Kunath und Thorsten Stumpf (re.) von den Stadtwerken haben das neue Projekt vorgestellt. © Foto: sgk
Berghülen / sgk 14.06.2018

Carsharing ist nichts Neues und mit dem mittlerweile eingestelltem Projekt  Car2go ist das Teilen von Autos auch in der Ulmer Region bekannt. Die Stadtwerke Ulm (SWU) steigen nun in eine neue Version des Carsharings ein: eCarsharing für Kommunen. Vorgestellt haben Thorsten Stumpf und Katrin Albsteiger von der SWU das Projekt dem Berghüler Gemeinderat.

Die Räte zeigten sich äußerst euphorisch, nicht nur, weil viele Nutzer sich das Fahrzeug teilen können. Sie begeisterten sich insbesondere für die Elektromobilität, was der ökologiebewussten Albgemeinde, in der mit regenerativen Energien rund dreieinhalb mal mehr Strom produziert wird, als die knapp 2000 Einwohner selber verbrauchen können, bestens ins Konzept passt. Berghülen war die erste Gemeinde, in der die SWU-Mitarbeiter das ganz frisch aus der Taufe gehobene Projekt „swu2go“ vorstellten, das ausschließlich für Kommunen angeboten wird. Schnell und unkompliziert soll es sein, „einfach buchen und losfahren“, sagte Thorsten Stumpf, und obendrein soll es den Einstieg in die Elektromobilität beschleunigen.

Die Vorteile für die Kommunen sind vielfältig: Zuerst soll mit dem flexibel verfügbaren Kleinwagen eine Lücke in der Mobilitätskette geschlossen werden, sprich, wo der Öffentliche Personennahverkehr ungünstige oder gar keine Anbindungen schafft, mietet man sich für das individuelle Ziel und die eigens benötigte Zeit das Auto. Die Gemeindeverwaltung muss die Registrierung der Nutzer und deren Anmeldung in der zur Verfügung gestellten Software vornehmen und einen Platz für die Ladesäule und zur Innenreinigung des Fahrzeugs stellen. Um alles andere, Ladesäule, Unterhalt, Wartung und Reinigung des Fahrzeugs, sowie Abrechnungen kümmert sich die SWU. Die registrierten Nutzer wiederum buchen das Auto ganz einfach über PC oder Smartphone. Das batteriebetriebene Auto hat eine Reichweite von 400 Kilometern, wer mehr fährt, kann über die mitgelieferte SWU-Karte kostenlos an allen SWU-Ladesäulen aufladen.

Ob für den raschen Einkauf etwa nach Blaubeuren oder Laichingen oder für einen Wochenendtrip, die Kosten seien überschaubar. Stumpf rechnete vor: je gefahrener Kilometer zehn Cent plus 2,50 Euro je Stunde, maximaler Tagessatz allerdings 25 Euro.

Auf diese Weise kostet die Einkaufsfahrt 5,75 Euro und die Wochenendreise 75 Euro bei 250 gefahrenen Kilometern. Dazu kommt jedoch eine Nutzergrundgebühr, über die sich Stumpf ausschwieg. Er meinte nur so viel: „Es wird Aktionen geben, wie vergünstigte Jahreskarten oder Partnerkarten.“ Auch zum Preis, den die Gemeinde aufbringen muss, um das Projekt die nächsten drei Jahre zu betreiben, hielt er sich in der Sitzung bedeckt. Bürgermeister Bernd Mangold hält die Kosten aber für überschaubar: Sie bewegten sich in Höhe der Ausgaben, die Berghülen für die eigene öffentliche Ladesäule hatte.

Dass Berghülen auch nach Ablauf der vorläufigen Projektzeit von drei Jahren die SWU-Ladesäule weiter nutzen kann und diese ebenso während des Projekts für andere Fahrer von E-Autos nutzbar ist, sieht Mangold positiv. Walter Nessyt bestätigte ihn darin: „Wir riskieren bei diesem Preis nichts, bieten aber unseren Bürgern eine große Attraktion.“

Mangold meinte deshalb, „I däd’s gern ausprobiera.“  Dem schloss sich das Gremium bei zwei Enthaltungen an. Doch vor einem endgültigen Ja sollen die Modalitäten  genau geprüft werden. „Das Angebot wird erst richtig interessant, wenn Familien sich deshalb entscheiden können, auf ein zweites Fahrzeug zu verzichten. Doch ohne Test werden wir das nicht erfahren“, meint Mangold. Dass das Ulmer Projekt „car2go“ eingestellt ist, sieht er nicht als schlechtes Omen. „Der Unterschied zum swu2go ist, dass das Auto immer am selben Standort abgeholt und zurückgebracht wird. Das kommt unseren Bedürfnissen im Dorf entgegen.“

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