Energie Drei neue Windräder vor dem Start

Betonfertigteile für die neuen Windkraftanlagen sind bereits angeliefert worden. In der nächsten Woche beginnt der Aufbau.
Betonfertigteile für die neuen Windkraftanlagen sind bereits angeliefert worden. In der nächsten Woche beginnt der Aufbau. © Foto: Matthias Kessler
Dornstadt / THOMAS STEIBADLER 10.02.2017

Das eine Windkraft-Projekt stockt, das andere steht kurz vor der Verwirklichung. Während das Landratsamt den Antrag der ENBW abgelehnt hat, zwischen Öllingen und Setzingen drei Windräder aufzustellen (wir berichteten), wird an anderer Stelle im Alb-Donau-Kreis ein ähnliches Vorhaben verwirklicht. Die Betonteile für den ersten von drei Windradtürmen sind bereits angeliefert worden, in der nächsten Woche beginnt der Aufbau.

Im Windkraftvorranggebiet zwischen Temmenhausen, Tomerdingen und Bermaringen (siehe Infokasten) lässt die Solarinvest AG drei Anlagen des Typs Nordex N 117 errichten. Drei baugleiche, knapp 200 Meter hohe  Windräder drehen sich dort bereits seit Ende 2013, Betreiber ist das Greenpeace-Unternehmen Planet Energy. Solarinvest ist eine Aktiengesellschaft mit den Stadtwerken Schwäbisch Hall als größtem von etwa 550 Aktionären. Um die 40 Prozent der Anteile befinden sich im Streubesitz.

Über Tochterfirmen betreibt Solarinvest vier große Photovoltaikparks, einen bei Leipzig, drei in Norditalien. In Schwäbisch Hall und Schwieberdingen gehören der vor sieben Jahren gegründeten AG insgesamt zwölf Photovoltaikanlagen. Auch an zwei Windparks ist Solarinvest beteiligt, einer bei Creglingen (Main-Tauber-Kreis) und einer bei Bremen. Die Rechte am dritten Windkraft-Projekt hat Solarinvest von Dieter Grauling aus Tomerdingen erworben. Grauling, der auch mit Planet Energy zusammengearbeitet hatte, trieb das Projekt bis zur Baureife voran. Das aufwendige Genehmigungsverfahren wurde im Mai vergangenen Jahres abgeschlossen. Damals erteilte das Landratsamt Alb-Donau die immissionsschutzrechtliche Genehmigung für die Windräder zwei und drei, das erste war bereits 2014 genehmigt worden. Mitte Dezember folgte die Baufreigabe.

Gleich anschließend wurden die mächtigen Fundamente gegossen. Auf den Gemarkungen der Dornstadter Teilorte Temmenhausen und Tomerdingen sowie auf der Markungsfläche von Blaustein-Bermaringen befindet sich je ein Standort. Mit dem Aufbau wird in der nächsten Woche begonnen. Die Montage der Rotoren ist für Ende März, Anfang April geplant. Noch im Mai sollen die Anlagen in Betrieb gehen, sagt Johannes van Bergen, früher Geschäftsführer der Stadtwerke Heilbronn und seit 2010 Ein-Mann-Vorstand von Solarinvest.

Auf 13 Millionen Euro beziffert van Bergen die Investition auf der Ulmer Alb. Aufgrund der Windgutachten gehe er von einer jährlichen Stromproduktion von insgesamt 15 bis 16 Millionen Kilowattstunden aus. Die Erträge könnten allerdings erheblich schwanken, denn „es gibt gute und schlechte Windjahre“. Im Durchschnitt rechne er mit einer Eigenkapitalverzinsung von fünf bis sechs Prozent. „Das ist für uns in Ordnung.“

Am 1. Juli will Solarinvest sein Windkraft-Projekt der Öffentlichkeit an Ort und Stelle präsentieren – und so vielleicht auch neue Aktionäre gewinnen. Einen Einstieg der Bürger-Energiegenossenschaft Dornstadt, die bereits angeklopft habe, hält van Bergen für grundsätzlich möglich. Zunächst aber möchte er das erste Betriebsjahr der drei Anlagen abwarten. „Dann kann man eventuell darüber reden.“

Bald elf Anlagen auf 75 Hektar

Regionalplan Im Jahr 2009 hat der Regionalverband Donau-Iller fünf Vorranggebiete für die Windkraft festgelegt: eines im Kreis Unterallgäu, vier im Alb-Donau-Kreis – darunter das 75 Hektar große Gebiet Temmenhausen-Bermaringen. Dort stehen bislang acht Windräder. Mit den drei zusätzlichen Anlagen von Solarinvest dürfte das Areal ausgereizt sein. Im Bereich des Regionalverbands sind Ende 2015 mit der Fortschreibung des Regionalplans 32 weitere Vorranggebiete hinzu gekommen.

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