Planung Drei mögliche Standorte fürs Gewerbegebiet

Diese Fläche bei Merklingen wird als Standport fürs interkommunale Gewerbegebiet vorgeschlagen.
Diese Fläche bei Merklingen wird als Standport fürs interkommunale Gewerbegebiet vorgeschlagen. © Foto: sgk
Heroldstatt / mp 21.07.2018

Eine der ersten Handlungen des 2016 gegründeten Verbands Region Schwäbische Alb (VR SchwAlb) für die Ausweisung eines interkommunalen Gewerbegebiets  war 2017 die Beauftragung des Büros Künster. Die Städte- und Landschaftsplaner des Büros sollten geeignete Standorte für den geplanten Industrie- und Gewerbeparks ermitteln.

Am Donnerstag stellten die Planer ihre Ergebnisse dem Verwaltungsausschuss im Heroldstatter Rathaus vor. Aus 33 000 Hektar Fläche der zehn Mitgliedsgemeinden filterten die Experten insgesamt 22 Gebiete heraus, die grundsätzlich geeignet sind. Nach der Überprüfung mit naturschutz- und planungsrechtlichen Ausschlusskriterien, Konfliktpotential sowie positiven Prüf- und verbandsspezifischen Auswahlkriterien kristallisierten sich drei Standorte als geeignet heraus. Alle erfüllen die Maßgabe für einen 50 Hektar großen Park mit Erweiterungspotential. Künsters Empfehlung aus seiner „planerischen Sicht“ war, den „Standort 2“ zwischen Merklingen und Nellingen, direkt an der nördlichen Autobahnzufahrt Richtung Stuttgart auf der Westseite der L 1230 in Richtung Nellingen weiterzuverfolgen. Zu den drei Favoriten gehören außerdem der „Standort 3“,  direkt gegenüber  des empfohlenen „Standort 2“, im östlich gelegenen Dreieck zwischen der L 1230 und der A8 Richtung Ulm. Dritter im Bunde der favorisierten Standorte ist das Gebiet „Laichingen Ost“, an der ampelgeregelten Kreuzung Laichingen/Machtolsheim, südlich der Umfahrung Machtolsheim.

Die Kriterien, anhand derer die Standorte ermittelt wurden,  sind im 49 Seiten umfassenden Entwurf zur Standortkonzeption aufbereitet. Alle  Voraussetzungen wurden nach den drei Kriterien „möglich“, „konfliktreich“ oder „Ausschluss“ noch einmal abgewogen. Die tabellarische Gegenüberstellung zeigt eindeutig: Lediglich die drei favorisierten Standorte beinhalten keinerlei Ausschlusskriterium. Der empfohlene Standort 2 hat am wenigsten Konfliktpotential.

Verbandsvorsitzender Klaus Kaufmann lobte die „sehr sorgfältige Ausarbeitung“. Sven Kneipp, Bürgermeister von Merklingen, unterstrich das: „Mit diesem Entwurf können wir getrost in unsere Gemeinderäte gehen.“ Nellingens Bürgermeister Franko Kopp erklärte, seine Gemeinderäte befürworteten den empfohlenen Standort 2, nachdem die Standortkonzeption im Gremium kurz vorgestellt worden war. Die Tatsache, dass das Verbandsgebiet nicht nur in die Zuständigkeiten zweier Landkreise und Regierungsbezirke reicht, sondern ebenso die zwei Regionalverbände Stuttgart und Donau/Iller übergeordnet sind, spiegelt sich ebenfalls in der Konzeption wider. Vor allem die aktuelle Fortschreibung des Regionalverbands Donau/Iller setzt eine zeitliche Vorgabe. Bis Dezember können hier Vorrangflächen für interkommunale Gewerbeparks angemeldet werden.

Einstimmiger Beschluss

So fasste der Verwaltungsausschuss den einhelligen Beschluss, die Entwurfskonzeption bis zur endgültigen Beschlussfassung in der Verbandsversammlung am 25. Oktober zu beraten. In den einzelnen Gemeinderäten bleibt dazu Zeit bis zur nächsten Sitzung des Verwaltungsrats am 1. Oktober. Der legt der Verbandsversammlung seine Empfehlung vor. Künster mahnte im Verwaltungsrat Geschlossenheit an: „Unsere Erfahrung zeigt: Eine gemeinsame Strategie und Vertrauen sind die wesentlichen Voraussetzungen für interkommunale Zusammenarbeit.“  Transparenz gegenüber Bürgermeistern und Räten, aber erst recht der Bevölkerung sei elementar für Vertrauensbildung. Zudem, so betonte er: „Stärken Sie mit einer kreativen Wirtschafts- und Tourismusförderung ihren Wohnstandort.“

Der Ablauf des Verfahrens

Kriterien Zur Standortfindung hat der Verband Region Schwäbische Alb zahlreiche Kriterien festgelegt. Hier einige der wichtigsten: Ausschluss naturschutzrechtlicher Flächen; Berücksichtigung planungsrechtlicher Vorgaben, wie Bau- und Infrastrukturflächen, Verkehrswege, Transitanbindung, Vorgaben der Regionalplanungen, Grundstücksverhältnisse.

Ergebnis: 22 Räume auf 5 Gemarkungen wurden untersucht: 3 in Berghülen; 6 in Dornstadt; 3 in Laichingen; 1 in Laichingen/Merklingen; 1 in Merklingen/Nellingen; 3 in Nellingen. Diese 22 Areale wurden unter anderem auf die Siedlungsentwicklung und Vermeidung von Zersiedelung aller Mitgliedskommunen geprüft. Am Ende standen drei empfohlene Standorte.

Vorgehensweise Nach dem  Beschluss des Standortkonzeptes durch die Verbandsversammlung im Oktober übernimmt laut Verbandssatzung der Zweckverband die Aufgaben eines Planungsverbandes, unter anderem hinsichtlich Versorgung, Entsorgung, Verkehrsanbindung, Energieversorgung, Landschaft, Landwirtschaft, Artenschutz, Ausgleichsmaßnahmen. Zuvor müssen die Flächenanmeldungen mit dem Regionalverband Donau-Iller, dem Regierungspräsidium Tübingen sowie dem Gemeindeverwaltungsverband Laichinger Alb abgestimmt sein. Das Bebauungsplanverfahren sowie die spätere Erschließung haben die zuständigen Markungsgemeinden per Satzung dem Zweckverband übertragen.

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