Weihnachtskonzert Aufführung des Musikvereins Illerrieden

Einen unterhaltsamen Weihnachtsauftritt präsentierte der Musikverein Illerrieden. Foto: Lisa Maria Sporrer
Einen unterhaltsamen Weihnachtsauftritt präsentierte der Musikverein Illerrieden. Foto: Lisa Maria Sporrer © Foto: Foto: Lisa Maria Sporrer
Illerrieden / Lisa Maria Sporrer 21.12.2016

Musik – das sei wie die olfaktorische Erinnerung an den Kuchen der Oma, dieser Geruch, der einem nicht mehr aus der Nase ging, sagte Wolfgang Dietrich. „Es ist wahnsinnig, was man mit Musik alles ausdrücken kann“, das wolle er mit dem Oma-Kuchen-Vergleich sagen, meinte der Dirigent des Musikvereins Illerrieden. Insofern läge der Hauptschwerpunkt des diesjährigen Weihnachtskonzerts auch darauf, mit den Stücken das Publikum zu berühren und in andere Welten zu entführen – in die Welt der Musik eben.

So stand am Samstagabend auf dem Programm der knapp 60 Musiker nicht nur die „Yorkshire Ballad“ von James Barnes, die mit malerischen Klängen die Fantasie in weitläufige Küsten, grüne Täler und felsiges Bergland entführte. Nach dem wuchtigen Auftakt nach der Pause durch „Music Forever“ von Christoph Walter, dem Motto des Konzerts, spielte das Ensemble auch das „Vilja-Lied“ aus Franz Lehars Operette „Die lustige Witwe“. Spanisches Temperament pur brachte die Musikkapelle schon im ersten Teil des Konzerts auf die Bühne der Illertalhalle. Nachdem die Jugendkapelle unter Leitung von Jan Kunze musikalisch mit Stimmungsliedern wie „Mission Impossible“ von Lalo Schifrin und „Pep Rally Rock“ von John Edmondson mit ergreifenden Melodien einen Ausblick darauf gegeben hatte, was Musik in der Empfindung hervorrufen kann, zeigte die Musikkapelle, wie viel Dramatik und Farbenpracht in dem Spiel der Instrumente liegen kann. Mit „Pompeji“, einer Komposition des jungen Schweizers Mario Bürki konnte der schnelle Untergang der Stadt Pompeji durch den Ausbruch des Vesuvs zumindest musikalisch auch in Illerrieden nachvollzogen werden.

Ein neapolitanisches Volkslied symbolisierte das pulsierende Leben der Stadt, bis die Zischtöne auf die giftigen Vulkandämpfe hindeuteten, die Musik sich verdichtete und schließlich der Vulkan mit lauten Pauken- und Trommelschlägen explodierte. Die Moll-Melodien brachten Tod und Leid zum Ausdruck, aber das Stück endete, auch die Rettung eines Liebespaares andeutend, in schönem Dur.

„Wir haben heute Abend ein rein konzertantes Programm“, sagte Dietrich, „einen Konzertabend so ganz ohne Weihnachtsstress“, ergänzte der Vorsitzende des Musikvereins, Matthias Stocker. Und Karl Haug generalisierte: „Musik bei uns macht immer Spaß.“ Allerdings schwang in den Worten des erfahrenen Tubisten auch ordentlich Wehmut mit. Immerhin war es nach satten 37 Jahren im Musikverein Illerrieden der letzte Auftritt des 77-Jährigen. „Es geht einfach gesundheitlich nicht mehr“, sagte Karl Haug: „Ansonsten würde ich hier ewig weiter spielen.“