Auszeichnung Dornstadter Kirchenchor feiert Jubiläum

Der Kirchenchor Dornstadt hat mit einem Festgottesdienst sein 200-Jahr-Jubiläum gefeiert.
Der Kirchenchor Dornstadt hat mit einem Festgottesdienst sein 200-Jahr-Jubiläum gefeiert. © Foto: Lisa Maria Sporrer
Dornstadt / Lisa Maria Sporrer 06.07.2018

Er war etwas aufgeregt, gestand Josef Vollmer, als er von Pfarrer Klaus Rennemann die Palestrina-Medaille überreicht bekam. Zuvor hatte Rennemann, Vize-Präses des Cäcilienverbands der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Vollmer und die anderen etwa 30 Sängerinnen und Sänger des Kirchenchors St. Ulrich in höchsten Tönen gelobt. Kirchenmusik werde in der Dornstadter Gemeinde vorbildlich gepflegt. „Die Medaille ist zwar nur klein und aus Bronze, aber sie hat einen ganz besonderen Wert. 200 Jahre Kirchenchor ist ja schließlich auch eine ganz besondere Leistung“, sagte Rennemann.

Mit einem Festgottesdienst und anschließender Feierstunde hat der Dornstadter Kirchenchor kürzlich sein Jubiläum begangen. Der Hobby-Historiker Konrad Ritter berichtete ausführlich aus der Geschichte des im Jahr 1818 erstmals in einer Urkunde erwähnten Chors. Dieser ist noch älter, hat Ritter bei seinen Nachforschungen herausgefunden: In seinem „Situationsbericht“ hielt Pfarrer Konrad Steiner vor 200 Jahren fest, dass „der deutsche Kirchengesang hier schon seit mehreren Jahren bey vor- und nachmittägig Gottesdiensten eingeführt“ sei.

Gemeinschaftsaktivitäten verstärkt

Dafür gab es nun die Palestrina-Medaille, die vom Katholischen Chorverband „Allgemeiner Cäcilien-Verband“ mit Sitz in Regensburg, bei Hundertjahrfeiern verliehen wird. Nach dem Gottesdienst, in dem der Chor eine Messe von Anton Bruckner gesungen hatte, nahmen Chorleiterin Petra Reimann und Josef Vollmer die Auszeichnung in Empfang. „Weil wir keinen Vorsitzenden haben, organisieren wir alle gemeinsam unsere Treffen und Veranstaltungen. Weil ich aber schon mal Vorsitzender war, sollte ich die Medaille entgegennehmen dürfen“, erläuterte Vollmer, der seit 48 Jahren im Kirchenchor singt. Das Wort „gemeinsam“ scheint das Schlüsselwort zu sein für das lange Bestehen des Chors. „Viele Sänger singen bei uns schon etliche Jahre gemeinsam. Das schweißt zusammen“, sagte Ursula Walberg, die seit etwa sechs Jahren dabei ist. Außerdem habe man innerhalb der letzten Jahre die Gemeinschaftsaktivitäten mit Wanderungen und einem Probenwochenende weiter verstärkt: „Singen stiftet eben auch Gemeinschaft.“ Das sieht auch Annerose Ruess so, die seit ihrem 16. Lebensjahr im Chor singt und bei der anschließenden Feier im Gemeindehaus für ihre 52-jährige Mitgliedschaft ausgezeichnet wurde. „Das hat mir damals gefallen und heute immer noch“, sagte sie. Und was genau? Annerose Ruess: „Die Gemeinschaft.“

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