Der Befreiungsschlag ist im November vergangenen Jahres gelungen. Damals beschloss der Dornstadter Gemeinderat, eine Planungsgruppe einzurichten und mit den Bürgern an einem Informationsabend über die Sanierung des Hallenbads zu diskutieren. Die kommunalpolitische Diskussion über das Projekt hatte sich davor jahrelang im Kreis gedreht. Trotz des im Dezember 2010 gefassten Grundsatzbeschlusses, das Bad zu erhalten und zu sanieren, blieben Umfang und Ausführung des Vorhabens umstritten.

Nach dem Meinungsaustausch mit den Bürgern sowie diversen Sitzungen und Besichtigungsfahrten der Planungsgruppe stand fest: Das Hallenbad soll in einem Zug saniert und erweitert werden. Neu eingebaut werden zum Beispiel ein Planschbecken und ein Dampfbad. Auf Grundlage der vom Architekturbüro Sport-Concept erstellten Pläne wird jetzt das Baugesuch vorbereitet. Das hat der Gemeinderat in seiner Sitzung beschlossen. Drei CDU/BWV-Räte - Adelheid Gehring, Paul Sauter, Joachim Schmutz - enthielten sich der Stimme.

Vor der Abstimmung hatten die Sport-Concept-Architekten Katja Prochiner und Hans Bühler den aktuellen Planungsstand skizziert, Projektsteuerin Marie á Porta erläuterte den Zeitplan. Demnach soll das Baugesuch im Februar 2015 gestellt werden. Auf die Genehmigung durch das Landratsamt folgen die Ausführungplanung und dann die Ausschreibung der Aufträge. Mit den Arbeiten soll in den Osterferien 2016 begonnen werden, dann bleibt das Bad etwa 18 Monate geschlossen. Wenn die Herbstferien 2017 zu Ende gehen, soll das sanierte und erweiterte Hallenbad wiedereröffnet werden. Die Kosten, hochgerechnet auf die genannte Bauzeit, betragen voraussichtlich 6,9 Millionen Euro.

Wie sich das Bad von außen präsentieren wird, ist allerdings noch nicht ganz klar. Die Architekten sprechen sich für eine Holzfassade mit horizontalen und am Eingangsbereich vertikalen Latten aus. Das gefällt nicht allen. So könnten, zumindest beim Eingang, auch Platten aus Faserzement verwendet oder der Beton einfach verputzt werden. Darauf hatten zum Beispiel Paul Anhorn (SPD) und Joachim Schmutz hingewiesen. Damit und mit weiteren Detailfragen wird sich zunächst die Planungsgruppe befassen, der außer den Architekten, Mitarbeitern der Verwaltung und Gemeinderäten auch Vertreter von Schulen und Vereinen angehören.

Einig waren sich die Gemeinderäte, dass die Bildung der Planungsgruppe, ein richtiger Schritt war. "Die intensive Arbeit hat sich gelohnt", sagte Paul Anhorn. Enttäuscht zeigten sich einige Gemeinderäte, weil es den Architekten nicht gelungen sei, größere Einsparmöglichkeiten aufzuzeigen. Große Beträge zu sparen, sei auch gar nicht möglich, ohne das Projekt einschließlich Erweiterung grundsätzlich in Frage zu stellen, entgegnete Bürgermeister Rainer Braig. Höchstens hätte, wie Architekt Hans Bühler erläuterte, statt eines Edelstahlbeckens einzubauen das vorhandene Fliesen-Becken saniert werden können. Das wäre zwar billiger, hätte aber höhere Instandhaltungskosten und Leck-Risiken zur Folge.