Kein Hallenbad ohne Chlor: Im Wasser gelöst, nimmt es das Element mit allen möglichen Bakterien auf. Das ist die eine Seite. Die andere sind die so genannten Chloride: Chemische Chlorverbindungen, die auch dicken Stahl rosten lassen. Diese Eigenschaft ist deshalb problematisch, weil Hallenbäder häufig mit stahlbewehrten Betondecken gebaut werden. So wie das Dornstadter Hallenbad Mitte der 1970er Jahre. Dessen Stahlbetondecke haben die Chloride möglicherweise stärker zugesetzt als bisher angenommen. Um diesem Verdacht auf den Grund zu gehen, hat die Gemeinde das Hallenbad am Montag geschlossen.

Laut Gemeinderatsbeschluss vom Dezember soll das Hallenbad von Herbst an grundlegend saniert und erweitert werden. Die Bauzeit beträgt voraussichtlich eineinhalb Jahre, die Kosten hat das mit der Planung beauftragte Architekturbüro mit 6,9 Millionen Euro veranschlagt. Allerdings unter dem Vorbehalt des Ergebnisses einer genauen Untersuchung der Stahlbetondecke. Diese Untersuchung werde nun vorgezogen, sagt Bürgermeister Rainer Braig. Wie lange das dauert und das Bad zu bleibt, lasse sich noch nicht sagen. Hinweise auf akute Einsturzgefahr gebe es nicht.

Seit November 2010 liegt im Rathaus zwar ein Gutachten eines Büros für Bauchemie vor. Aus diesem war aber kein akuter Handlungsbedarf abzuleiten. Doch sind offenbar Zweifel an dessen Aussagekraft aufgekommen. Wie Braig andeutet, hängt die Ungewissheit mit der Konstruktionsweise der Decke zusammen: "Bei einigen Punkten ist nicht klar, wie sie einzuschätzen sind." Um Klarheit zu schaffen, wird zunächst ein Gerüst aufgestellt, dann die Deckenverkleidung abgebaut. Bei der Suche nach Rost am Baustahl wird Braig zufolge auch mit Röntgenstrahlen gearbeitet. Mit den Ergebnissen rechnet der Bürgermeister frühestens Ende nächster Woche. Auch wenn bislang nichts darauf hindeute: Wenn es für die Gemeinde schlecht läuft, könnte das Bad aus Sicherheitsgründen geschlossen bleiben müssen, räumt Braig ein. Ob dann die Sanierung vorgezogen wird? Womöglich beginnt die Hallenbad-Diskussion im Gemeinderat von vorne.

Schulen und Vereine, die das Bad regelmäßig nutzen, seien über die Schließung bereits informiert worden, sagt Braig. In der nächsten Ausgabe des Mitteilungsblatts sowie auf der Homepage der Gemeinde sollen entsprechende Hinweise veröffentlicht werden.

Bereits vor einem Jahr war das Dornstadter Hallenbad mehr als eine Woche lang geschlossen. Damals war zu viel Chlor ins Wasser gepumpt worden. Um mögliche Vergiftungen durch Chlorgas auszuschließen, wurden etwa 80 Schüler, die am Schwimmunterricht teilgenommen hatten, vorsorglich untersucht. Dauerhafte gesundheitliche Folgen hatte der Zwischenfall laut Gemeindeverwaltung nicht.

Narrabada fällt aus

Fasnet Darauf haben sich in Dornstadt alle Narren gefreut: das Narrabada. Bei diesem Wettschwimmen messen sich Kinder-, Jugend- und Erwachsenenstaffeln im Becken des Hallenbads. Die Zünfte Hilmahexa und Doraweibla sind von der Partie sowie die Karnevalgesellschaft Lachatrapper. Ebenso eine Vier-Mann-Staffel der Gemeinde. Dieses Mal hätte Bürgermeister Rainer Braig das kommunale Schwimmteam anführen sollen, doch das für morgen um 17 Uhr angesetzte Narrabada muss wegen der Sperrung des Hallenbads ersatzlos aus dem Dornstadter Fasnetskalender gestrichen werden. Rathaussturm (9 Uhr), Schulsturm (10.30 Uhr), Kinderfasnet (11 bis 15 Uhr) und Dorf- und Weiberfasnet (ab 19.30 Uhr) im und um den Bürgersaal finden wie geplant statt.