Neubau Dornstadt: Recycling-Ziegel für den Feuerwehr-Neubau

So soll das neue Feuerwehrhaus aussehen. Errichtet wird es östlich der B 10 an der Beimerstetter Straße.
So soll das neue Feuerwehrhaus aussehen. Errichtet wird es östlich der B 10 an der Beimerstetter Straße. © Foto: Seidel Architekten
Thomas Steibadler 16.12.2017

Für die Feuerwehr, betonte Kommandant Achim Lang, sei die Funktionalität des Gebäudes am wichtigsten. Auf Nachfrage von Gemeinderat Karl Knab (CDU/BWV) äußerte sich Lang im Namen der Wehr auch zum ästhetischen Aspekt des Entwurfs für das neue Feuerwehrhaus in Dornstadt: „Uns gefällt er.“

Eine eher nüchterne Betrachtung, denn das Ulmer Architekturbüro Seidel hat für die Fassade des an der Beimerstetter Straße geplanten Zweckbaus einen nicht alltäglichen Baustoff ausgesucht: Recycling-Backsteine. Also Ziegel, die bereits einmal verbaut waren und aufbereitet wurden.  Ein Baustoff, der zur Feuerwehr passe, sagte Architekt Philipp Seidel, als er am Donnerstag im Gemeinderat den Entwurf erläuterte. Die Backsteine seien „durchs Feuer gegangen“ und strahlten Stärke aus.

Dank der Patina der Ziegel werde das Feuerwehrhaus so wirken, als stünde es schon länger da, sagte Seidel weiter. Gleichzeitig sei der Baustoff sehr robust: „Ein Gebäude, das die Alb aushält.“ Gemeinderat Michael Gugelfuß (SPD) erinnerte an den historischen Bezug der Backstein-Fassade: Unweit des Standorts des Feuerwehrhauses östlich der B 10 an der Landesstraße 1239 nach Beimerstetten wurde einst die Ziegelei Mayer betrieben.

Mit seinem annähernd quadratischen Grundriss habe das Gebäude einen „monolithischen Charakter“, sagte Seidel weiter. Im Erdgeschoss befinden sich die sechs Fahrzeugboxen, eine Waschhalle, Umkleideräume und zahlreiche Funktionsräume. Im Obergeschoss sind unter anderem das Büro des Kommandanten, Jugendräume, ein Schulungsraum und das Florianstüble untergebracht. Die Nutzfläche umfasse insgesamt 1365 Quadratmeter. Damit verfüge das Gebäude über ausreichend Reservefläche, sagte Bürgermeister Rainer Braig.

Für die Zufahrt wird an der Einmündung des Hubertuswegs in die Beimerstetter Straße ein Kreisverkehr gebaut. Bei Einsätzen wird die so genannte Alarmausfahrt benutzt, die vom Gelände des Feuerwehrhauses direkt auf die Beimerstetter Straße führt. Dort eine Ampel aufzustellen, wäre sinnvoll, sagte Kommandant Lang. Das will die Gemeindeverwaltung noch mit dem Regierungspräsidium abklären.

Eine Möglichkeit, das neue Feuerwehrhaus ans Erdgasnetz anzuschließen, besteht den Planern zufolge nicht. Sie entschieden sich daher für eine Holzpelletsanlage. Geprüft wird noch der Aufbau einer Photovoltaikanlage zur Stromgewinnung.

„Das Ganze hat seinen Preis“, stellte Bürgermeister Braig nüchtern fest: 4,9 Millionen Euro lautet die aktuelle Kostenschätzung. Vom Land bekommt die Gemeinde 275 000 Euro als Zuschuss für fünf der sechs Fahrzeugboxen. Möglicherweise wird auch die sechste Box bezuschusst. Das hängt nach Angaben der Verwaltung davon ab, ob in Dornstadt ein Gerätewagen Atemschutz des Landkreises stationiert wird. Dann könnten weitere 45 000 Euro Zuschuss ließen.

Einstimmig befürwortete der Gemeinderat die Entwurfsplanung, auf deren Grundlage jetzt die Baugenehmigung beantragt wird. Keine Chance hatte ein weiterer Entwurf mit sieben Fahrzeugboxen, dessen Realisierung auf 5,3 Millionen Euro geschätzt wurde. Von diesem hatte auch Architekt Seidel wegen der „unheimlich langen Erschließungswege“ abgeraten.

Vielleicht kommt noch ein Übungsturm dazu

Planung Das neue Feuerwehrhaus an der Beimerstetter Straße wird den Altbau an der Daimlerstraße ablösen. Das Gebäude dort ist 40 Jahre alt und zu eng geworden. An der Ausarbeitung des Entwurfs für den Neubau war eine Planungsgruppe beteiligt, zu der Vertreter der Feuerwehr, des Gemeinderats, der Verwaltung sowie des Architekturbüros Seidel gehörten. In dem Gebäude sind zum Beispiel ein Fitnessraum und ein Sprungschacht mit Stange vorgesehen. Möglicherweise bekommt die Dornstadter Wehr auch einen Übungsturm. Die Planungsgruppe empfiehlt abzuwarten, ob der Turm nach der Ausschreibung der Arbeiten noch in den Kostenrahmen passt.