Langenau DLRG will aus allen Schwimmern Retter machen

Langenau / Karin Mitschang 11.10.2018

Eindringlich klingt eine Bitte der Ortsgruppe Langenau in der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) zum Kurs für Rettungsschwimmerabzeichen: „Sehr besorgt nehmen wir die Ereignisse der letzten Wochen wahr“, schreibt Katrin Stickel. „Erst kürzlich ereignete sich wieder ein tragischer Unfall, der mit dem Tod eines 66-Jährigen endete.“ Dies und viele weitere Ertrinkungstode „lassen uns keine Ruhe“.

Allein 2018 seien schon 445 Menschen in Deutschland bei Badeunglücken ums Leben gekommen. „Einige Mitglieder unserer Ortsgruppe haben den 66-Jährigen persönlich gekannt“, sagt Christan Meisen, seit diesem Jahr Vorsitzender der 409 Mitglieder. Die Ulmer Ortsgruppe Ulm hatte den Mann nur noch tot bergen können, nachdem er in Ulm beim Aussteigen aus einer Ulmer Schachtel in die Donau zwischen zwei Boote gestürzt war.

Gelangt ein Mensch unter Wasser, kann es nach bereits drei Minuten zu dauerhaften Schäden oder gar zum Tod kommen, informiert Meisen. „Das Zeitfenster für eine Rettung ist also extrem kurz.“ Selbst bei sofortigem Notruf sei es unwahrscheinlich, dass Rettungskräfte schnell genug da sind. „Deswegen ist es so wichtig, dass jedermann Grundkenntnisse der Wasserrettung besitzt“, findet Meisen. Die Vision der DLRG: „Jeder Nichtschwimmer ein Schwimmer, jeder Schwimmer ein Rettungsschwimmer.“

Die Ortsgruppe Langenau existiert seit 1930 als Stützpunkt der Ortsgruppe Heidenheim und ist seit 1960 eigenständig. Vielschwimmer Christian Meisen stieß 1992 zum Verein. Die spannende Konstellation habe ihn sofort interessiert: „Sport zusammen mit der Fähigkeit anderen helfen zu können“, sagt der 38-jährige Service-Ingenieur. Auf die Frage, ob er schon einen Menschen gerettet hat, erinnert er sich an einen Dienst im Naubad: „Ein Kind trieb bäuchlings im Wasser.“ Nach einem beherzten Sprung ins für ihn knietiefe Wasser konnte Meisen das Kind schnell retten.

In Erste-Hilfe-Kursen wird teils abgeraten, Ertrinkenden zu helfen, weil diese im Überlebenskampf extreme Kräfte entwickeln und sich an den Retter klammern, sodass dieser unterzugehen droht. Auf dieses Thema werde „ein großes Augenmerk in der Ausbildung gelegt“, sagt Meisen. Fürs Abzeichen lernt man etwa „richtiges Anschwimmen“: Es ist auch deshalb „von hinten anschwimmen“, damit es gar nicht zum „Kampf“ kommt. Meisen: „Sollte es doch zur Umklammerung kommen, trainieren wir intensiv so genannte Befreiungsgriffe. Wenn diese schnell, überlegt und kraftvoll ausgeführt werden, kann man sich erfolgreich aus der Umklammerung lösen.“

Drei verschiedene Rettungsschwimmer-Abzeichen

Dauer Beginn des nächsten Rettungsschwimmkurses in Langenau ist am 15. Oktober. Danach dauern die Schulungen zehn Wochen und finden immer montags statt. Bronze und Silber: 19 bis 20 Uhr im Naubad (Hallenbad), Gold ab 20 Uhr. Am 21. Oktober ab 9 Uhr ist der Theorieunterricht im DLRG-Vereinsheim neben dem Naubad; dieser ist ein Pflichtteil für die Abzeichen. Die Kosten: Mitglieder kostenlos, Externe 35 Euro.  Anmeldung und Info im Internet unter langenau.dlrg.de/angebot.

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