Kriminalität Dietenheimer können sich sicher fühlen

Dietenheim / Johannes Braun 20.06.2018

Bevor Konrad Aichinger auf die eigentlichen Zahlen zur Kriminalitätsstatistik einging, erläuterte er zunächst die Intention hinter den einzelnen Werten. „Diese Statistik erstellt die Polizei, um Veränderungen wahrzunehmen und daraus dann Trends zu erkennen“, sagte der Polizeidirektor des Polizeireviers Ulm-West, der das Zahlenwerk dem Gemeinderat gemeinsam mit Polizeihauptkommissar Peter Lienhardt vom Dietenheimer Polizeiposten präsentierte. Es sage nichts darüber aus, ob sich der Einzelne sicher fühle oder nicht. „Vielmehr geht es uns darum, ein Gefühl dafür zu bekommen, in welche Richtung sich die Kriminalität in einer Stadt entwickelt, um präventiv darauf reagieren zu können“, präzisierte Aichinger.

Im Vergleich zum Jahr davor seien die kriminellen Straftaten in Dietenheim im Jahr 2016 rückläufig gewesen. „Ein Rückgang von 38 Prozent von 199 auf 122 hört sich erst einmal gewaltig an, aber 2016 war ein Ausreißer nach oben“, sagte Aichinger. Dennoch sei die Zahl im Vergleich zum Alb-Donau-Kreis positiv zu bewerten. Die Häufigkeit, mit der ein Einwohner Opfer einer Straftat werde, sei für Dietenheim ebenfalls sehr gut. Schließlich liege der Alb-Donau-Kreis in dieser Wertung landesweit ohnehin schon auf dem zweiten Platz, und innerhalb des Kreises belege die Iller-Gemeinde einen Mittelfeldplatz. Die Aufklärungsquote sei mit gut 85 Prozent im Vergleich sogar „super“.

Bei der Differenzierung nach Straftaten hob Aichinger nur wenige Aspekte heraus. Die Zahlen bezüglich der Rauschgiftdelikte sähen mit einem Rückgang von 57 Prozentpunkten auf den ersten Blick sehr gut aus, doch es gebe in diesem Bereich eine sehr hohe Dunkelziffer. Zudem würde das Ergebnis wegen der geringen Anzahl der Delikte trügen.

Als Trend zeichne sich laut Polizeidirektor ab, dass die Anzahl der Wohnungseinbrüche zurück gehe (minus knapp 43 Prozentpunkte). Aichinger ging hierbei auf die drei Tätergruppen ein: der örtliche Täter, der Gelegenheitstäter und die organisierten Täter-Gruppen. Gerade bei den organisierten Täter-Gruppen habe es zuletzt große Erfolge gegeben. Zudem sei der Rückgang der Wohnungseinbrüche auf verbesserte Sicherheitseinrichtungen, auf mehr Sorgfalt beim Verschließen und auf einen erhöhten Kontrolldruck durch die Polizei zurückzuführen.

Die Straftaten wegen Verstoßes gegen die sexuelle Selbstbestimmung seien als Gesamtheit schwer einzuordnen. Wenn ein Minderjähriger auf seinem Handy ein entsprechendes Foto zeige, sei dies in diesem Bereich schon eine aufgeführte Straftat, die erfasst werde. Anderseits würden manche Delikte in diesem Bereich auch nicht angezeigt.

Alles in allem bescheinigte der Ulmer Polizeidirektor Konrad Aichinger der Stadt positive Zahlen: „Euch geht es in Dietenheim gut. Es wäre schön, wenn sich dieses Sicherheitsgefühl auch im Empfinden der Einwohner niederschlägt.“ Dietenheims Bürgermeister Christopher Eh dankte für die ausführliche Erläuterung der Kriminalitätsstatistik. Die positiven Zahlen führte der Schultes auch auf den Polizeiposten vor Ort zurück, der für Sicherheit sorge und den Bürgern ein gutes Gefühl gebe.

Auffällig sind Männer unter 21 Jahren

Gruppierungen Grundsätzlich üben laut Polizeidirektor Konrad Aichinger vom Polizeirevier Ulm-West mehr Menschen auch mehr Straftaten aus. Männer begingen dabei häufiger Delikte als Frauen. Auffällig seien Menschen unter 21 Jahren, die mit 20 bis 25 Prozent überproportional viele Straftaten begingen. Das Positive: Ab einem Alter von 22 Jahren lege sich diese Häufigkeit der Straftaten zumeist wieder. Bei Asylbewerbern hob Aichinger die Art der Straftaten hervor, denn es seien bei dieser Gruppe weniger die Diebstähle vorrangig als zwei andere Punkte: der Verstoß gegen das Asylverfahrensgesetz sowie Körperverletzungen aufgrund des verdichteten Wohnens.

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