Betreuung Dietenheim vergrößert zwei Kindergärten

Von Beate Reuter-Manz 14.07.2018

Dem kleinen Leo und seinem Kumpel Raphael entgeht nichts. Ihr erster morgendlicher Gang im Kindergarten Regglisweiler führt den langen Flur hinab zur großen Glasfront. Dort haben der Capo und der Bauleiter in spe den bestmöglichen Überblick über die benachbarte Großbaustelle. Den Spielzeug-Hammer legt Raphael schon lange nicht mehr aus der Hand und Leo weiß, in welchem Buch er suchen muss, wenn Detailfragen zu Baumaschinen, Bagger und Co zu klären sind.

Drei Jahre nach seiner Einweihung muss das Vorzeige-Kinderhaus Sankt Maria schon wieder vergrößert werden. Geschuldet ist das dem reichen Kindersegen im Dietenheimer Teilort. Um zwei Segmente für zwei weitere Gruppen wird das rechteckige Gebäude nach Norden hin verlängert. 75 Meter lang wird der Bau mit seiner gegliederten Fassade dann sein. Holzverschalte und verputzte Gebäudeteile wechseln sich ab und sorgen dafür, dass die Gebäudelänge nicht erdrückend wirkt. „Wir führen unser ökologisches Konzept fort“, erklärt Architekt Dirk Hübner. Will heißen: Gebaut wird in Holzständer-Bauweise, verwendet werden natürliche Baustoffe, das Dach bekommt eine Begrünung. In Material und Optik gleicht der künftige Anbau also dem Bestand.

Anfang Juni ging es los mit der Baustelle im hinteren Garten des Kinderhauses. Der Humus wurde abgezogen, das leicht abfallende Gelände eingeebnet. Die Baumaschinen wirbelten dabei so viel Staub auf, dass Schutzvorkehrungen für die im Sommer oft draußen spielenden Kinder nötig wurden. Der lange Bauzaun wurde mit dicker Plastikfolie verkleidet. Das gefiel den Kindern aber gar nicht. „Die wollen natürlich sehen, was da passiert“, berichtet Leiterin Irene Heudorfer-Simon. In einem Zaun-Segment wurde die blaue Baufolie also kurzerhand wieder nach oben gerollt. Vor dem so entstandene Guckloch drängen sich die staunenden kleinen Zaungäste jeden Tag.

 Bodenplatte ist fertig

  Immer belegt sind auch die zwei Bücherbänke, die  seit kurzem drinnen im Haus an exponierter Stelle stehen. „Auch von hier können die Kinder alles beobachten“, erzählt Helga Wallat. Die Erzieherin hat den Buchbestand des Kindergartens zu den Themen Baumaschinen und Handwerker mit Exemplaren aus der Bücherei in Illerrieden aufgestockt. „Die Baustelle ist natürlich jeden Tag ein Thema bei den Kindern“, sagt. sie.

Mittlerweile ist die etwa 500 Quadratmeter große Bodenplatte gegossen. Schon in der kommenden Woche wird der Zimmermann damit beginnen, die Wände und das Dach aufzustellen. „Bis zum 13. August wollen wir das Gebäude schon dicht haben“, sagt der Architekt. Weil viele Teile bereits vorgefertigt  sind, geht die Holzständer-Bauweise schneller voran als  ein klassischer gemauerter Bau. Bis zu Jahresende mit der Baustelle fertig zu werden ,ist das sportliche Ziel  Hübners Eingebaut sein wird dann auch der von Erziehern und Eltern gewünschte zweite Eingang mit Windfang als Gelenkelement zwischen Neu- und Bestandsbau.

Gut voran kommt auch die  zweite städtische Kindergarten-Baustelle. Bei Sankt Martin in Dietenheim, steht der kleine Anbau mit dem Pultdach bereits. Auch er wird in der Holzständer-Bauweise errichtet. An der Süd-Ostecke, links neben dem früheren Eingang, entstehen 65 zusätzliche Quadratmeter für eine Gruppe, die später dort einen Gruppen- und einen Multifunktionsraum nutzen kann.

Dass die Fachbehörden Einbau von sanitären Anlagen nicht zwingend einforderten, machte die Arbeit für Architekt Stefan Graf einfacher, und die Rechnung für die Stadt billiger. Schon in zwei Wochen sollen die Fenster eingesetzt werden, dann beginnt der Innenausbau. Vermutlich wird es nicht ganz klappen, den Neubau bereits zum neuen Kindergarten-Jahr im September in Betrieb zu nehmen.

„Der Bauboom bringt es mit sich, dass nicht nur die Handwerker ausgebucht sind, sondern auch die Lieferung von Baumaterialien länger dauert als geplant“, erklärt Graf.

Stadt lässt sich Betreung viel kosten

Kosten 1,3 Millionen Euro investiert die Stadt in die Erweiterung der beiden Kindergärten. 1,05 Millionen Euro kostet der Anbau für Sankt Maria in Regglisweiler. Sankt Martin in Dietenheim fällt mit 230 000 Euro vergleichsweise günstig aus.

Plätze  Im Kinderhaus Sankt Maria werden aktuell 96 Kinder betreut, inklusive der Krippenkinder. Wenn weitere zwei Gruppen hinzukommen, sind im Höchstfall 120 Plätze zu vergeben. Das Kinderhaus Sankt Martin ist mit 20 Krippen- und 45 Kindergartenkindern derzeit voll belegt. In der Ergänzungsgruppe gibt es laut Leiterin Sabrina Habel noch einmal 17 Plätze.

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