Freizeit Sonderbucher Flugplatzfest

Wenigstens die Modellflieger hatten beim Flugplatzfest in Sonderbuch  trotz Nieselregens und Kälte gestern ihren Spaß: Die großen Flugzeuge konnten wegen des Wetters nämlich nicht starten.
Wenigstens die Modellflieger hatten beim Flugplatzfest in Sonderbuch  trotz Nieselregens und Kälte gestern ihren Spaß: Die großen Flugzeuge konnten wegen des Wetters nämlich nicht starten. © Foto: Fotos: Eva Menner
Sonderbuch / Eva Menner 03.09.2018
Das Sonderbucher Flugplatzfest leidet unter dem schlechten Wetter: Nur Modellflieger können gestern starten.

So schlechtes Wetter hatten wir in den letzten 25 Jahren noch nie“, sagte Wolfgang Hofbauer von der Fliegergruppe Blaubeuren. Die Enttäuschung darüber, dass das Sonderbucher Flugplatzfest gestern nicht mit allen Programmpunkten stattfinden konnte, war ihm anzumerken. Denn es konnten nur die Modellflieger überhaupt starten. „Die Wolken hängen unter hundert Meter, wir brauchen eine Höhe von mindestens 150 Metern für die großen Flugzeuge“, erklärte Hofbauer. Besserung war nicht in Sicht, das Schlechtwettergebiet blieb zum Leidwesen der Flieger den ganzen Sonntag über Sonderbuch hängen.

Die Gäste, die sonst aus der ganzen Region zu den Vorführungen kommen oder selbst ihr Flugzeug in Sonderbuch zur Schau stellen, flogen gar nicht erst los. Noch am Samstag hatten Philipp Söll und Thomas Vöhringer ihren Kunstflug bei guter Sicht geübt. Das ganze Flugplatzfest abzusagen, stand für die Fliegergruppe allerdings nicht zur Diskussion, denn ein treues Publikum aus der Umgebung kommt immer zum Mittagessen oder zum Kaffeetrinken und den bekannt leckeren Kuchen. Unter dem Dach der Flugzeughalle lässt es sich schließlich bei jedem Wetter gut sitzen – zumindest wenn man mit einer warmen Jacke ausgestattet ist.

So gehörte in diesem Jahr das Flugfeld den Modellfliegern vom MSV Blaustein, die einiges zu bieten hatten. Mit dem 15-jährigen Benny Feil zeigte sogar ein deutscher Meister seine Künste am Himmel. Mit seinem Vater Andy ist er demnächst in China bei einem Wettbewerb im Formationsflug dabei.

Seine Hubschrauber hatte Peter Narozny mitgebracht, unter anderem den Nachbau eines Oldtimers aus dem Jahr 1953 mit Werbeaufschrift für das Waschmittel Persil. Das Hobby ist kein billiges, für den Bausatz eines Turbinenhubschraubers, wie Narozny einen dabei hatte, müsse man mit 9000 Euro rechnen, erzählte der Modellflieger.

Für Weltmeisterschaft in Polen qualifiziert

War das Flugplatzfest in diesem Jahr wegen des Wetters leider nicht so erfolgreich für die Sonderbucher Flieger, so liegt im sportlichen Bereich ein sehr gutes Jahr hinter ihnen. In der Segelflugbundesliga haben sie mit einem fünften Platz abgeschlossen, beim Klippeneckwettbewerb haben mit Philipp Söll, Dirk Ströbl und Jens Minard in der Standardklasse die ersten drei Plätze Sonderbucher belegt, Martin Söll erreichte in der Clubklasse den zweiten Platz, und Sebastian Bauder hatte sich für die Weltmeisterschaft in Polen qualifiziert. „Wir hatten hier in Sonderbuch bestes Flugwetter, deshalb haben auch gleich drei Fliegergruppen, eine davon aus Holland, bei uns Urlaub gemacht. Da hatten wir fünf Wochen lang Hochbetrieb auf dem Platz“, erzählt Wolfgang Hofbauer von den zurückliegenden hochsommerlichen Tagen. Die Blaubeurer Fliegergruppe hat rund 150 aktive und passive Mitglieder.

Fliegen darf man übrigens, bevor man sich ans Steuer eines Autos setzen darf: Bereits mit 14 Jahren können Jugendliche mit der Ausbildung beginnen und schon bald unter Aufsicht des Fluglehrers selbst fliegen. Mit 16 ist es dann soweit. Mit dem Segelluftfahrtschein kann man ganz alleine den Himmel erobern.

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