Fest Die Luft voll bunter Kunstwerke

Weil der Wind günstig war, konnten sich die Bauer der großen Kassettendrachen zum Massenstart aufstellen. Doch der Wind hielt sich nicht allzu lange.
Weil der Wind günstig war, konnten sich die Bauer der großen Kassettendrachen zum Massenstart aufstellen. Doch der Wind hielt sich nicht allzu lange. © Foto: Sabine Graser-Kühnle
Laichingen / Sabine Graser-Kühnle 08.10.2018

Zur Showbühne für Drachenfreaks ist am Wochenende wieder der Jakob-Laur-Flugplatz Laichingen geworden. Die Albflyer aus Heidenheim haben den Himmel mit Rokaku-Wettkämpfen, Massenstarts von Fledermausdrachen und Kassettenrädern sowie synchroner Choreografien im Drachenballett geschmückt.

Das Wetter dafür war nahezu perfekt: Die Sonne schien vor allem am Sonntag noch einmal sommerlich, und der Wind blies mäßig. Die Albflyer und die Drachenfreaks konnten ihr Programm unter recht guten Voraussetzungen durchziehen. Am Samstag machte der noch etwas kräftiger blasende Wind sogar eine außergewöhnliche Show möglich: Ein Massenstart von sieben Kassettenrädern (siehe Info). Zum Start reichte die Windstärke zwar noch aus, doch viel weiter kamen die Casagne-Drachen dann leider nicht.

An beiden Tagen tummelten sich wahre Kunstwerke der Drachenbauer am Himmel. So auch drei Edo-Drachen, deren Name sich vom japanischen „Edo“ für „rechteckig“ ableitet. Kunstvolle Bilder werden für die großformatigen Drachen appliziert.

Pink Floyd am Himmel

Ein Meisterwerk hat Wolfgang Busch von den Nürtinger Drachenfreunden sich genäht: Bilder von zehn Plattencovern der Rockgruppe Pink Floyd zieren seinen neuesten Edo-Drachen. Im Vorjahr hatte er Jimi Hendrix zum Thema. Rund 280 Stunden hat er an seinem drei Quadratmeter großen Edo gearbeitet. Die Leine dazu ist besonders kompliziert: Es gibt 25 Waagepunkte, an denen der Drachen mit 25 Schnüren befestigt ist und die Hauptwaage hat insgesamt eine Länge von 25 Metern. „Daran lässt er niemanden, die ist sein Heiligtum“, sagte seine Frau. Für die Edo-Drachen war der mäßige Wind gerade richtig: „Wenn‘s stärker windet, braucht man bald einen Traktor, um den Drachen zu halten“, erzählte Busch.

Während das Aktionsfeld vor dem Flugplatzhangar stets ein buntes Programm bot, so tummelten sich auf den benachbarten Wiesen die Drachenpiloten mit eigenen Drachen. Kinder wagten ihre ersten Starts, eingefleischte Freaks ließen die schönsten Kreationen in die Luft steigen. Auch für das Nachtfliegen am Samstag taugte das Wetter gut, sodass sich in der Dunkelheit viele Zuschauer auf den Weg raus auf den Flugplatz machten.

Angeleuchtet oder selbstleuchtend, teils sogar mit feurigen Flammen, gingen die Drachen in dunkler Nacht in die Luft und boten ein irrlichterndes Spektakel, dazu schallte stimmige Musik aus den Lautsprecherboxen.

Vor allem am sonnigen Sonntag lockte das Drachenfest die Menschen in Massen auf den Flugplatz. Die Mitglieder des Flugsportvereins kamen mit der Bewirtung dieser Menschenmenge kaum hinterher. So mussten Durstige und Hungrige zu den Stoßzeiten bis zu einer Stunde für ihr Essen anstehen. Doch davon abgesehen war das Drachenfest ein gelungenes Vergnügen für alle Beteiligten.

Ein Drache mit drei Metern Durchmesser

Cassagne-Drachen Diese besondere Art von Kastendrachen beschrieb Moderator Martin Haug den Zuschauern auf dem Laichinger Flugplatz: „Drei Meter Durchmesser und 50 Zentimeter Tiefe haben diese Drachen, die zu den Kastendrachen zählen. Über 100 Meter Saumband haben die Drachenbauer dafür vernäht.“ Keine ganz billige Angelegenheit, führte Haug übers Mikrophon aus, „600 Euro muss man dafür schon hinlegen“.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel