Religion Die Herzen für das Kloster öffnen

Die Schau „Die Wunder der Natur“ betrachteten im Kloster (von links): Irmgard Hanßler, Roswitha Steck, Schwester Martha und Regina Konrad.
Die Schau „Die Wunder der Natur“ betrachteten im Kloster (von links): Irmgard Hanßler, Roswitha Steck, Schwester Martha und Regina Konrad. © Foto: Manuela Rapp
Regglisweiler / Manuela Rapp 04.09.2018

Vor sieben Jahren hatte Hannelore Stroppel eine spannende Idee: Warum nicht das Kloster nach außen öffnen, für erste Kontakte, zum ganz unverbindlichen Kennenlernen? Warum nicht zu einem „Tag der Begegnung“ einladen? Die Initiative trägt Früchte – und wie: „Es werden jedes Mal mehr Interessierte“, haben die Leiterin des Tagungshauses und Schwester Veronica Haug, die für die Öffentlichkeits- und Pressearbeit zuständig ist, festgestellt. In aktuellen Zahlen ausgedrückt heißt das: „Zwischen 300 und 400 Besucher dürften es heuer sein.“ Da wird auch mal der Platz eng: „Die Leute bringen Verständnis dafür auf bei diesem Wetter“, sagen beide. Der Nieselregen machte eine Außenbestuhlung nicht möglich. Generell, meinen beide, sei das Wetter für die Veranstaltung nicht von Nachteil.

Die Einladung der Ordensfrauen, ihr Mutterhaus zu besuchen, wird begleitet von einem breit angelegten Programm, wie Schwester Veronica ausführt: „Der Tag beginnt mit einem Gottesdienst“, erläutert sie, denn die Veranstaltung hat – selbstverständlich – auch einen religiösen Hintergrund. Dann sind da verschiedene Ausstellungen: Wer sich für „Die Wunder der Natur“ begeistert, der ist in der Gärtnerei St. Wendelin, dem „Revier“ von Schwester Clara und ihren Mitarbeitern, gut aufgehoben. Wer mehr über die Entwicklung des 1929 gegründeten Klosters wissen möchte, der schlägt den Weg in die fest installierte Dauerschau ein: „Wir wollen die Menschen, die kommen, in unsere Klosterwelt einführen“, sagt die Pressebeauftragte.

Das Ressort von Schwester Cornelia ist ihr liebevoller Flohmarkt. „Der Zulauf ist sehr gut heute“, freut sie sich über die große Resonanz. „In der Regel beruht der Verkauf auf Spendenbasis.“ Sichtlich ist sie in ihrem Element: „Ich mache das gerne“, erklärt sie. Wichtig sind ihr der Aufbau und die Freude auf den Begegnungstag: „Ich war lange in Regglisweiler im Kindergarten, daher kennen mich viele.“

Damit beschreibt Schwester Cornelia die Intension des Tages: Kontakte mit den Besuchern knüpfen, für alle Altersgruppen etwas anbieten. „Wir Schwestern haben auch heute einfach die Zeit dazu“, erklärt Schwester Veronica. Sonst sei das Leben im Kloster von einem festgelegten Ablauf bestimmt. Außerdem seien nicht alle Schwestern so nahe an den Besuchern: „Einige arbeiten in der Verwaltung, andere verrichten klostereigene Aufgaben. Nur ein Teil ist im Gästebereich tätig.“

Freunde, Verwandte, Besucher, die immer mal wieder herkommen, Einheimische, aber auch neue Gesichter folgen der Einladung ins Kloster. Regina Konrad beispielsweise hat sehr persönliche Gründe für ihren Besuch: „Eine der Schwestern ist ein Familienmitglied“, erzählt die Erolzheimerin. Sie lebe in Zußdorf, einer der Filialen der Ordensgemeinschaft. „Wir wollten sie heute treffen.“ Sie kenne inzwischen viele der Nonnen. „Das ist mal ein anderer Sonntagnachmittag“, findet sie.

Bis aus Dornbirn ist Reinelde Hämmerle eigens zu diesem Anlass nach Brandenburg angereist. Sie ist den Schwestern in besonderer Weise verbunden: „Meine Tante war die erste Österreicherin, die dem Orden beigetreten ist.“ Seit 56 Jahren besucht Reinelde Hämmerle jedes Jahr das Kloster – auch mehrfach: „Hier herrscht eine wunderbar fröhliche Atmosphäre im Haus, man begegnet vielen lieben Leuten.“

Wer Haus und Anlagen nicht kennt, kann diese bei Führungen mit den Ordensfrauen erleben. 10 bis 15 von ihnen, auch aus den Filialen in Zußdorf und Haslach, sind laut Schwester Veronica aktiv an verschiedenen Stellen. „Wir wollen Präsenz zeigen heute, möchten auch die Regglisweiler hereinholen“, betont sie. Das ist im wahrsten Sinne des Wortes hörbar: Flott umrahmt die örtliche Musikkapelle den Weißwurst-Frühschoppen. Die Sänger vom Liederkranz Oberholzheim untermalen die Kaffeezeit reizvoll. „Mit beiden Vereinen sind wir befreundet, mit beiden verbinden uns gewachsene Strukturen“, freut sich die Pressesprecherin.

„Wir wollen die Herzen öffnen für das Kloster“, sagt Hannelore Stroppel. Es sei kein übliches Sommerfest, das Wirtschaftliche stehe nicht im Vordergrund: „Es geht um die Begegnung.“

Rund um den „Tag der Begegnung“

Programm Beim „Tag der Begegnung“ der Immakulataschwestern im Kloster Brandenburg wirkten neben dem Musikverein Regglisweiler auch die Sänger vom Liederkranz Oberholzheim mit. Außerdem gab es eine Tombola, einen Drehorgelspieler, Kinderbetreuung, einen Flohmarkt sowie zwei Ausstellungen. Verwöhnen lassen konnten sich die Besucher mit einem Weißwurstfrühstück, Mittagstisch, Kaffee und Kuchen sowie Waffeln. Auch wurde ein Gottesdienst gefeiert.

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