Bürgersinn Die Dosters sind unermüdlich im Ehrenamt aktiv

Wolfgang und Brigitte Doster mit Beispielen ihrer ehrenamtlichen Tätigkeiten. Dazu gehören das Seniorenbüro und der Kultur-Arbeitskreis in Dornstadt und die „Danube Networkers“.
Wolfgang und Brigitte Doster mit Beispielen ihrer ehrenamtlichen Tätigkeiten. Dazu gehören das Seniorenbüro und der Kultur-Arbeitskreis in Dornstadt und die „Danube Networkers“. © Foto: Roland Schütter
Dornstadt / Roland Schütter 05.10.2018

In Dornstadt kennt sie fast jeder: Brigitte Doster und ihr Mann Wolfgang sind in der Gemeinde schon seit Jahrzehnten in allen möglichen Ehrenämtern engagiert. „Das fing bei uns schon als Elternvertreter im Kindergarten und in der Schule an und ist altersmäßig mitgewachsen“, sagt Brigitte Doster. Unter anderem ist die 69-Jährige im Arbeitskreis Integration aktiv, der aus dem Helferkreis Asyl hervorgegangen ist. Brigitte Dosters Engagement als treibende Kraft im Helferkreis war es auch, das ihr und ihrem Mann eine Einladung von Bundespräsident Frank­-Walter Steinmeier verschafft hat.

Im Park von Schloss Bellevue drängelten sich am 7. September etwa 4000 Ehrenamtliche, die der Bundespräsident zum Bürgerfest eingeladen hatte. Eine recht unübersichtliche Menge, erinnert sich Wolfgang Doster. Die Besucher trugen weder Namensschilder noch irgendeinen Hinweis auf ihre Tätigkeit im Ehrenamt. „Man hat gar nicht gewusst, wer überhaupt da ist.“ Und für ein Selfie mit dem Präsidenten wollten die Dosters auch nicht ewig anstehen. Gefallen hat Doster das Podiumsgespräch zum Thema „Europa“, an dem unter anderem der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) und der italienische Staatssekretär Guglielmo Picchi teilnahmen. „Absolute Spitze“ war der Auftritt der Sportgymnastik-Gruppe „Farfalle“ aus Italien, dem Partnerland des Bürgerfests. Gleichwohl kommt Doster zu einem nüchternen Fazit des großen Gartenfests an der Spree: „Wenn man einmal dort war, reicht es eigentlich.“

Temperament am Ratstisch

Das passt zu dem 70-Jährigen, der als promovierter Informatiker nicht zum Überschwang neigt.  Für den Temperament-Part ist eher seine Frau zuständig. Das können zum Beispiel diejenigen Kommunalpolitiker bezeugen, die Brigitte Doster als Gemeinderätin erlebt haben. Und das sind nicht wenige, schließlich gehörte sie der CDU-Fraktion am Dornstadter Ratstisch insgesamt 29 Jahre lang an. Nach wie vor sind beide im CDU-Gemeindeverband Ulmer Alb aktiv.

Als im Mai 2014 der Landkreis eine Gemeinschaftsunterkunft für Asylbwerber einrichtete, gehörte Brigitte Doster zu den ersten, die sich für den damaligen Arbeitskreis Asyl meldeten. Die pensionierte Pädagogin – sie war Leiterin der Michel-Buck-Schule in Ehingen – kümmerte sich zum Beispiel um den „Shop“, eine Art Gebrauchtwarenladen, in dem unter anderem gespendete Kleidung, Wäsche und Spielsachen für wenig Geld an die Asylbewerber verkauft wurden.

Vor fünf Jahren ist der Arbeitskreis „Kultupur“ gegründet worden, der regelmäßig Kultur nach Dornstadt und in die Teilorte bringt. Die Dosters sind dort ebenso aktiv wie im Seniorenbüro, das vor gut einem Jahr eröffnet wurde. Und warum das alles – wobei die Aufzählung unvollständig bleibt? Brigitte Doster: „Wenn die innere Einstellung stimmt, dann gibt man etwas, bekommt aber anderes zurück und das bereichert.“ Nicht nur um eine Einladung nach Berlin.

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