Brauchtum  Die Akrobaten unter den Narren

Die Turnermädels überzeugten  mit einem von Trainerin Lisa Guter einstudierten Tanz mit viel Akrobatik und noch mehr guter Laune.
Die Turnermädels überzeugten mit einem von Trainerin Lisa Guter einstudierten Tanz mit viel Akrobatik und noch mehr guter Laune. © Foto: Martin Dambacher
Von Martin Dambacher 13.02.2018

Mit dem Gassenhauer „Live is Life“ der österreichischen Band Opus aus dem Jahr 1984 und einer entsprechenden Tanzperformance eröffnete der TSV Dietenheim seine Faschingsbälle, die traditionell am Rußigen Freitag und Fasnetssamstag über die Bühne gehen.

Passend zum Motto „TSV das fetzt – gestern, morgen, jetzt“ heizte das Tanzteam, bestehend aus Zumba-Mädels und Turnern, dem Publikum mit ihrer Choreographie zu weiteren Schlagern wie „Let’s twist again“ und „Völlig losgelöst“ gleich von Anfang an ein. Nach dem Einmarsch der Ranzenburger Narrenzunft, die am Freitag inklusive Kindergarde antrat, ging es Schlag auf Schlag weiter. Sowohl Hofmarschallin Melanie Reuter, als auch ihre Samstagsvertretung Sebastian Graf freuten sich von der Bütt aus, in eine gut gefüllte Narrhalla blicken zu dürfen. „Die Turner sind klasse und machen uns jedes Jahr aufs Neue stolz“, ließ Kinderprinzessin Franziska II. verlauten. Sie seien aus dem richtigen Holz. Nicht ganz so robust war dagegen der ein oder andere Hofnarr. „Der Gompige war für unsere Hofnarren fatal“, erklärte Prinz Sebastian II. mit heißerer Stimme. „Eine Personl Verlust ist da völlig normal.“  Noch schwieriger fiel es Prinzessin Lisa I. am Freitag, Töne von sich zu geben. Am Samstag wurde die fehlende Stimme deshalb kurzerhand durch einen charmanten Pantomimetrick unter Mithilfe von Hofnarr Philipp wett gemacht.

Bei der traditionellen Ordensübergabe an verdiente Mitglieder des TSV Dietenheim wurden ausgezeichnet:  Volleyballtrainer Kai Frank, die Fußballer Florian Hornauer und Waldemar Zerr sowie Handballer Timo Trautmann. Nach den Ehrungen ging es dann mit der Jugendgarde, Kindergarde und der Showtanzgruppe der Narrenzunft im Programm weiter. Die Ranzenburger Hexen überzeugten am Freitag mit schnelldrehenden Schleudern.

Ebenfalls flott zur Sache ging es bei der Zumba-Grupped mit einem mehrminütigen Querschnitt aus ihrem Tun. Keiner kam ins Schwitzen.  Nicht weniger sportlich zeigten sich die Jungs der HSG Illertal zusammen mit einigen Crazy Girls beim Tanz One-Hit-Wonder „Barbie Girl“ – akrobatische Figuren inbegriffen. Letztere durften auch bei den Turnermädels nicht fehlen, die unter Leitung von Lisa Guter mit ihrer Kombi aus „Gangster-Rapper“ und „Mädchen-Traum“ eine eindrucksvolle Performance auf die Bühnenbretter legten.

Nicht weniger umjubelt wurde die Ranzenburger Prinzengarde nach ihrem Tanz zu einem Nena-Medley. Zugabe musste sein. Gleiches galt für die Boyband „Take Five“, die bereits 1997 auf der TSV-Showbühne gefeiert wurden. „Nach 21 Jahren ist die smarte Truppe endlich wieder vereint“, freute sich Moderator Markus „Kuse“ Baur über die etwas reifer gewordenen fünf Jungs der Turnabteilung.

Champions-League

Der Abschluss gehörte wie gewohnt den Fußballern. Während Frank und Manuel Merkle, Sven Frajhaut und Waldemar Zerr im Hinblick auf die anstehende Titelverteidigung der deutschen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft zunächst Klassiker der deutschen Fußballhitparade Revue passieren ließen, machten sich die Jungs der Spielgemeinschaft Dietenheim-Regglisweiler für ihren großen Auftritt bereit. „Nach einer tollen Saison in 2017 endlich wieder aufgestiegen, herscht ein echtes Hochgefühl im Team“, kündete Baur den nicht ganz ernstgemeinsten Blick in die Zukunft an. Der Einmarsch zur Champions-League Hymne klappte schon mal , und auch den von Anja Kutscher einstudierten Tanz meisterten die Kicker.

Der Samstag wurde mit fetzigen Klängen des Fanfarenzuges Erolzheim bereichert. Tanz- und Partymusik lieferte am Freitag DJ Ingo und am Samstag die Band Jukebox.

Mehr als ausschließlich Sport

Großer Verein Mit weit mehr als 1000 Mitgliedern ist der TSV der größte Verein in Dietenheim.  Auch in der Fasnet spielen die Sportler eine große Rolle. Dabei sind nicht nur die beiden TSV-Bälle zwischen „Gompiger“ und Fasnetssonntag fester Bestandteil des Ranzenburger Brauchtums. Denn traditionell beteiligen sich auch viele Abteilungen und Gruppen des Turn- und Sportvereins Jahr für Jahr mit phantasievollen Kostümen am großen Fasnetsumzug durch den Ort. Heuer waren die Fußballer zum Beispiel als verrückte Ir(r)en zu sehen oder die Taekwondoler beim Versuch, Eiszeit-Mammuts unter Mithilfe von Genforschern wiederzubeleben.