Hundesport Deutsche Meisterschaft der Rettungshunde

Rettungshündin Nelly ist einer der erfahrensten Teilnehmer im Starterfeld. Die achtjährige Malinois-Hündin startete mehrfach auf Landes- und Bundesebene und bis zur Weltmeisterschaft.
Rettungshündin Nelly ist einer der erfahrensten Teilnehmer im Starterfeld. Die achtjährige Malinois-Hündin startete mehrfach auf Landes- und Bundesebene und bis zur Weltmeisterschaft. © Foto: Amrei Groß
Leipheim / Amrei Groß 30.04.2018

An diesem Tag geht es für Nelly nicht um Menschenleben, sondern um Punkte. Die achtjährige Hündin ist Rettungshund im Bundesverband Rettungshunde, der größten und ältesten rettungshundeführenden Organisation in Deutschland. Mit ihrer Hundeführerin Sonja Schlamp konnte sie vor wenigen Wochen die Landesmeisterschaft der Rettungshunde in Berlin/Brandenburg für sich entscheiden. Nun kämpft das Team in Leipheim um den Titel des Deutschen Meisters. Ausgerichtet wird die hochkarätig besetzte Veranstaltung durch die Ortsgruppe Leipheim im Verein für Deutsche Schäferhunde (SV).

Dass Hundeführer aus Einsatzorganisationen wie dem Bundesverband Rettungshunde an der Deutschen Meisterschaft teilnehmen, macht für Walter Hoffmann, Rettungshunde-Obmann im Verband für das Deutsche Hundewesen, den Reiz der Meisterschaft aus. „Mindestens die Hälfte der Starter ist auch Einsatzhundeführer“, sagt er. Die anderen messen sich ausschließlich auf sportlicher Ebene.

Mehr als 80 Hundeführer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, den Niederlanden, Ungarn und Spanien stellen sich bis Dienstag den Aufgaben eines internationalen Richterteams. Sie müssen innerhalb einer vorgegebenen Zeit in einer dicht bewachsenen Fläche oder einem Trümmergelände vermisste Personen aufspüren oder in der Sparte Fährte sicher einer Spur folgen.

Angesichts der sommerlichen Temperaturen sei vor allem die Fährtenarbeit nicht einfach, wie Leistungsrichter Friedrich Reichert unterstreicht: „Je trockener der Untergrund ist, desto schwieriger wird es für die Hunde.“ Sie folgten Bodenverletzungen, die eine unbekannte Person auf ihrem Weg durchs Gelände hinterlassen habe. „Am besten geht das, wenn das Gras noch feucht vom Morgentau ist.“

Große Flächen, wenig Zeit

Nelly ist ein Flächensuchhund. Während Fährtenhunde mit tiefer Nase an der Leine einer Spur folgen, stöbert sie freilaufend im dichten Bewuchs nach menschlicher Witterung. Findet Nelly eine Person, schleudert sie sich einen an ihrem Halsband befestigten Gegenstand, ein so genanntes Bringsel ins Maul. Damit rennt sie zu ihrer Hundeführerin Sonja Schlamp und zeigt auf diese Weise: Ich habe jemanden gefunden. Dann führt sie ihr Frauchen zur gefundenen Person zurück. 30 Minuten hat die achtjährige Hündin in der höchsten Prüfungsstufe B Zeit, um ein Gebiet von 40 000 Quadratmetern bis in den letzten Winkel abzusuchen. Die Prüfung besteht sie nur, wenn sie alle versteckten Personen findet.

„Für die Hunde ist das ein Spiel“, sagt Rita Leivas Leite. Die Brasilianerin ist eigens für die Deutsche Meisterschaft als Leistungsrichterin angereist. Sie ist selbst erfahrene Rettungshundeführerin, weiß, worauf es ankommt. „Ein Teil ist Training, ein Teil ist Talent“, erklärt sie. Nur ein Hund, der Freude an der Arbeit habe, komme in Wettkampf wie auch im Ernstfall zum Erfolg. Auch der Hundeführer spiele eine wichtige Rolle, denn er wähle die Suchtaktik: „Rettungshundesport ist Teamwork zwischen Mensch und Hund.“

Zuschauer herzlich willkommen

Zeitplan Beginn ist jeweils um 8 Uhr. Am Montag gehen die Prüfungen bis zum späten Nachmittag, am Dienstag ist gegen Mittag Siegerehrung.

Aufgabe Neben der Suche müssen alle Starter auch eine Unterordnungsprüfung bestehen und ihr Geschick an Geräten wie Leiter und Tunnel zeigen.

Ort Herzstück der Veranstaltung ist der Sportplatz in der Geschwister-­Scholl-Straße in Leipheim. Hier werden Unterordnung und Gewandtheit geprüft, hier gibt es Bewirtung und verschiedene Verkaufsstände rund um den Hund. Weitere Infos unter
www.sv-og-leipheim.de/dm2018.html.

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