Dornstadt / Thomas Steibadler

Jetzt klappt es doch noch. Die Gemeinde Dornstadt wird das Grundstück Lange Straße 12 erwerben. Der Gemeinderat hat das kürzlich in nichtöffentlicher Sitzung beschlossen – und damit die Voraussetzung geschaffen, dass ein Ärgernis aus der Welt geräumt wird.

Der bisherige Eigentümer des etwa 3000 Quadratmeter großen Areals hatte einen Bauzaun aufstellen lassen und so die etwa 50 Parkplätze auf dem Grundstück gesperrt. Lediglich eine schmale Fahrgasse zum rückwärtigen Grundstück musste frei bleiben. Den Zaun habe er aus Gründen der Sicherheit aufstellen müssen, sagt der Eigentümer. Für Schäden, die durch herabfallende Gebäudeteile oder Äste verursacht würden, müsste er haften.

Frühere Grundstücksverhandlungen zwischen Eigentümer und Gemeinde waren gescheitert. Der Gemeinderat hatte den Kauf zu den bisherigen Konditionen abgelehnt. Nachdem die SÜDWEST PRESSE vor einigen Wochen über den „Zaun des Anstoßes“ berichtet hatte, seien die Vorsitzenden der Gemeinderatsfraktionen auf ihn zugekommen, sagt der Eigentümer: „Die Gespräche waren gut.“ Und sie führten zum Ergebnis. Sobald der Vertrag mit der Gemeinde unter Dach und Fach sei, werde er das Grundstück frei machen, versichert der Unternehmer: „Der Zaun kommt bis Monatsende weg.“

Parkplätze wieder frei

Doch auch die Kommune muss für die Sicherheit der Passanten sorgen. Aus diesem Grund werde das ungenutzte Gebäude, in dem früher unter anderem ein Supermarkt betrieben wurde, sehr wahrscheinlich wieder eingezäunt, sagt Bürgermeister Rainer Braig. Einige, aber wohl nicht alle, Parkplätze können wieder benutzt werden und die Durchfahrt zum rückwärtigen Gebäude werde „etwas komfortabler“. Überhaupt solle für diese Zufahrt eine andere Lösung gesucht werden.

Der Erwerb des Grundstücks ist für die Kommune vor allem aus städtebaulichen Gründen von Bedeutung. Da auch ein benachbartes Gelände gekauft werden soll, könne die Gemeinde als Eigentümerin „den größtmöglichen Einfluss“ für die künftige Gestaltung ausüben, meint Bürgermeister Braig. „Wir wollen dort etwas entwickeln“.

Dazu gehört möglicherweise auch ein neues Rathaus Als ein denkbarer Standort ist das bislang als Parkplatz genutze Grundstück Lange Straße 24 auf Höhe des Familien- und Generationenzentrums im Gespräch. Auch an die Finanzierung wird bereits gedacht. In der mittelfristigen Finanzplanung, die der Gemeinderat kürzlich verabschiedet hat, ist für einen Rathaus-Neubau in den Jahren 2019 und 2020 insgesamt eine Million Euro eingestellt.

Die zukünftige Gestaltung der Lange Straße hatten sicher auch die Fraktionsvorsitzenden im Hinterkopf, als die Verhandlungen über das Grundstück mit der Nummer 12 wieder aufnahmen. „Das Ergebnis ist wichtig“, sagt Herbert Jarosch (Freie Wähler). Und stellt fest: „Da kann man wirklich was machen.“

Das sieht auch Michael Gugelfuß (SPD) so. Das Grundstück am Ortseingang von der Bundesstraße 10 und von Beimerstetten her könne jetzt „vernünftig überplant werden.“ Die Gemeinde stehe dabei auch nicht unter Zeitdruck, so dass auch eine vorübergehende Nutzung des bislang eingezäunten früheren Supermarkt-Gebäudes denkbar sei.

„Für die Bürger eine sehr gute Lösung“, sagt Karl Knab (CDU/BWV). Der Weg zu den rückwärtigen Gebäuden und den dortigen Dienstleistern werde nun weniger gefährlich. Vor allem für Ältere sei der bisherige Zustand „nicht zumutbar“. Und die Kommune habe nun Spielraum gewonnen: „Wir können gestalten und werden nicht gestaltet.“