Der stolzeste Blutspender

Peter Hölzle ist „Topspender aus Schwaben 2017“.
Peter Hölzle ist „Topspender aus Schwaben 2017“. © Foto: BSD/ Guido Rehme
sam 05.01.2018

Sein Hausarzt hat ihn einmal „Blutkuh“ genannt: Exakt 200 Mal hat Peter Hölzle aus Illerrieden sein Blut für andere gespendet. Am Tag nach der 200. Spende hat er die Altersgrenze für Männer überschritten und ist 73 Jahre alt geworden.

„Ich habe mich immer riesig auf den Blutspendetag gefreut, fast wie ein Kind auf Weihnachten.“ Bis zu sechs Mal im Jahr besuchte der gebürtige Vöhringer Spendenaktionen, stets die des Roten Kreuzes. Und weil er bereits mit 18 Jahren angefangen hat, kam die stolze runde Zahl zustande. Zur ersten Spende hatte ihn die Mutter mitgenommen. „Mir haben die Knie geschlottert. Aber als ich das überlebt hab’, war ich stolz.“

Nach der Terminsuche im Internet fuhr er zu Spendenaktionen in Bayern: „Mein Herz ist weiß-blau.“ Nur in seinem 69. Lebensjahr spendete er in Baden-Württemberg: Damals lag die Altersgrenze im Freistaat bei 68. „Dann hat Bayern wieder nachgezogen.“ Fahrten bis ins Unterallgäu empfand er dabei nicht als anstrengend – für Ausflüge mache man das ja auch. Und da er als Feuerwehrmann und Brandschutzleiter in den Wieland-Werken einen riesigen Bekanntenkreis in der ganzen Region habe, habe er beim Spenden immer Freunde getroffen. Und nach den Spenden, denen stets ein alkoholfreier Tag voraus ging, gab es dann ein, zwei Flaschen Bier.

Im Sommer wurde Peter Hölzle für seine überdurchschnittliche Spendenanzahl vom Blutspendedienst des Bayerischen Roten Kreuzes  mit dem Titel „Topspender aus Schwaben 2017“ ausgezeichnet. Darüber habe er sich sehr gefreut, sagt der Rentner. Zu seiner 200. Spende wäre es übrigens fast nicht gekommen: Bei der Vorab-Untersuchung fand der Arzt den Blutdruck etwas zu hoch.  Nach Hölzles Hinweis auf das Spenderjubiläum und den Geburtstag am folgenden Tag maß der Arzt noch mal. Und Hölzle durfte die letzten 500 Milliliter von insgesamt 100 Litern Vollblutspende abgeben. Theoretisch könnte Hölzle, der sich „topfit“ fühlt, auch heute noch  seinen Arzt um Erlaubnis fragen und weiterhin Blut spenden. Doch das möchte er nicht. Heute erzählt er lieber von seiner Helfer-Leidenschaft. Wodurch vermutlich längst mehr als 200 Spenden auf das Konto der „Blutkuh“ gehen.  

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