Laichingen Der Bass ist in der Mitte

Trommelworkshop der LWV. Foto: sgk
Trommelworkshop der LWV. Foto: sgk
SABINE GRASER-KÜHNLE 05.09.2012
Beim Trommelworkshop im Ferienprogramm konnten die Kinder sich ausleben und lernten zugleich spielerisch, sich zu konzentrieren.

Mancher Spaziergänger glaubte sich wohl eher im Urwald als im Freizeitwald Westerlau, als er am Montagnachmittag dort seinem Freizeitvergnügen nach ging: Vor dem Waldklassenzimmer gegenüber dem Spielplatz schließlich eröffnete sich den inzwischen neugierig gewordenen Leuten das Geheimnis: ein Trommelworkshop mit Kindern. Der Förderverein für Arbeit und Wohnen der LWV Eingliederungshilfe hat im Rahmen des Sommerferienprogramms zum integrativen Trommeln eingeladen. Elf Kinder, davon einige mit geistigen oder motorischen Einschränkungen, sowie einige erwachsene Begleitpersonen saßen vor den Djemben, pokalförmigen Trommeln aus ausgehöhlten Baumstämmen mit einem Fell bespannt. Alle versuchten den vom Workshopleiter Ray Spencer vorgegebenen Rhythmus mit den Händen nachzutrommeln.

"Bumm ba-ri-pa, bumm ba-ra, bumm ba-ri-pa, bumm ba-ra", gab der gebürtige Jamaicaner den Rhythmus verbal wieder, "Bumm ist der Bass, also in der Mitte der Djembe, alles andere wird am Rand getrommelt." Den behinderten Kindern gab Spencer einen einfacheren Grundrhythmus vor: "Bumm - bumm." Immer weiter ließ der Trommelleiter den Rhythmus klopfen, so lange, bis selbst diejenigen, die sich am schwersten mit Konzentration und Rhythmusgefühl taten, sich eingefunden haben in einen gleichtönenden Klang. Ein glückliches Lächeln lag auf den Lippen der Kinder. Und fast unbemerkt steigerte Spencer das Tempo, immer rascher flogen die Hände über das gespannte Fell bis das bloße Auge die einzelnen Bewegungen nicht mehr ausmachen konnte. Und dann vertrommelten sich die ersten, die anderen schafften den Rhythmus auch nicht mehr lange zu halten. Ein kollektives Lachen hallte über die Waldlichtung.

Nahtlos machte Ray Spencer weiter, dieses Mal lehrte er ein afrikanisches Begrüßungslied, "Sali bonani". Dann wurde es richtig kompliziert: einen nicht ganz einfachen Trommelrhythmus und dazu singen. Dann ließ der Biberacher Ray Spencer mit englisch- und afrikanischsprachigen Kinderliedern die Kinder sich vollends austobe: Zu seinem Trommelrhythmus mussten sie singen und sich bewegen: Hüpfen, springen, auf und sich setzen, so lange, bis alle außer Atem waren. Doch zum Lachen reichte die Luft immer noch.

Auch wenn nach der Pause nicht mehr alle mitmachen wollten, für Spencer kein Problem. Auch deshalb war der Trommelworkshop ausnahmslos für alle ein großes Vergnügen, wobei fast ganz nebenbei Konzentration, Disziplin, Koordination geübt und nicht zuletzt das Schulenglisch aufgefrischt wurde.