Moment mal Den Niedergang vergessen

Im Donauried noch zu Hause: Eisvogel.
Im Donauried noch zu Hause: Eisvogel. © Foto: Günter Herrmann
Thomas Steibadler 06.11.2018

Ohne den WWF hätten wir es wohl nicht bemerkt: In den vergangenen 40 Jahren sind die Bestände der Wirbeltiere auf der Erde um mehr als 60 Prozent gesunken. Das heißt: 60 Prozent weniger Säugetiere, Vögel, Fische, Amphibien und Reptilien. Das geht aus dem Living Planet Report hervor, den die Naturschutzorganisation kürzlich veröffentlicht hat. Die Daten von mehr als 16 700 Populationen von 4005 Wirbeltierarten seien für den Report ausgewertet worden, heißt es in der Veröffentlichung des World Wide Fund For Nature. Die Verschlechterung oder der komplette Verlust des Lebensraums sei die häufigste Bedrohung für alle Tierarten. Dafür werden die Lebensräume der Tiere zerstört: Landwirtschaft, Abholzung, Zerschneidung durch Verkehrswege, Verstädterung, Flächenverbrauch für Energieerzeugung und Bergbau. Gleichzeitig verbrauche die Menschheit so viele natürliche Ressourcen, dass 1,7 Erden notwendig wären, um diesen Verbrauch zu bewältigen. Die Folgen sind laut WWF offensichtlich: Arten sterben aus, Fischbestände kollabieren, immer mehr Kohlenstoff in der Atmosphäre.

Stopp, aufhören, Schluss damit! Das hält ja kein Mensch aus. Höchste Zeit für ein Kontrastprogramm so lange es noch geht: Wir empfehlen zum Beispiel einen Ausflug ins Donauried. Gelegenheit bietet sich bereits am Freitag, 9. November, wenn Gästeführer Gerd Damboer einen Spaziergang durchs Gundelfinger Moos anbietet. Treffpunkt ist um 14 Uhr der Parkplatz „Birkenried“ an der B 16 zwischen Günzburg und Gundelfingen. Von dort geht es vorbei an grasenden Schottischen Hochlandrindern zum Vogelturm am Rand des Naturschutzgebiets. Das Gundelfinger Moos gehört zu den letzten natürlichen Feuchtwiesengebieten in Bayern und ist Lebensraum von bis zu 150 Vogelarten. Hinzu kommen Amphibien wie Frösche, Kröten und Molche, Reptilien wie Ringelnatter und Zauneidechse sowie Säugetiere wie Fuchs, Hase und Biber. Auch wenn zur Zeit eher herbstliche Ruhe herrscht: Das Donauried ist der richtige Platz, um den WWF-Report zu vergessen. Bis zur nächsten Auflage in zwei Jahren.

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