Erbach Dekanat-Leiter: Einstimmig für Wiblinger Pfarrer Ulrich Kloos

Die neue Leitung des Dekanats Ehingen/Ulm: Dr. Harald Talgner (Oberdischingen), Dekan Ulrich Kloos (Wiblingen), Ralf Weber (Dornstadt).
Die neue Leitung des Dekanats Ehingen/Ulm: Dr. Harald Talgner (Oberdischingen), Dekan Ulrich Kloos (Wiblingen), Ralf Weber (Dornstadt). © Foto: Franz Glogger
Erbach / FRANZ GLOGGER 06.02.2015
Das katholische Dekanat Ehingen/Ulm hat einen neuen Leiter: den Wiblinger Pfarrer Ulrich Kloos. Einstimmig votierte die Wahlversammlung für den 46-Jährigen. Stellvertreter sind Harald Talgner und Ralf Weber.

Am Mittwoch hat die Wahlversammlung des katholischen Dekanats Ehingen /Ulm im Gemeindehaus der Erbacher Martinus-Gemeinde getagt, um den Nachfolger von Matthias Hambücher als Dekan zu wählen. Der Pfarrer der Ulmer Wengengemeinde war nicht mehr angetreten, um sich nach zehn Jahren wieder stärker der Seelsorge zu widmen (wir berichteten). Die Suche sei schwierig gewesen, berichtete die Vorsitzende des Wahlausschusses, Margit Röcker. Viele Absagen habe sie verstehen können, manche hätten sie enttäuscht. "Aber nun ist alles wieder gut", sagte Röcker. Zur Wahl als Dekan stellte sich der Pfarrer der Seelsorgeeinheit Ulm-Basilika Ulrich Kloos, als Stellvertreter für den Bezirk Ehingen trat wie bisher Pfarrer Dr. Harald Talgner (57) aus Oberdischingen an und neu für den Altkreis Ulm Pfarrer Ralf Weber (37) aus Dornstadt. Ein in den Statuten vorgesehener dritter Stellvertreter aus dem Stadtkreis Ulm konnte nicht gefunden werden. Gewählt wird für eine Amtszeit von sieben Jahren.

Die Wahlleitung hatte am Mittwoch der Rottenburger Weihbischof Johannes Kreidler. Angesichts der im Haupt- und im Ehrenamt weniger werdenden Mitarbeiter sei das Dekanat als mittlere Ebene zwischen den Kirchengemeinden und der Diözese immer wichtiger, sagte Kreidler. Nicht die Kontrolle stehe im Vordergrund, sondern die Unterstützung in der Seelsorge und bei der Zusammenführung der Gläubigen. Kooperation und Kommunikation, Zusammenarbeit und Austausch seien deshalb Eigenschaften, die ein Dekan beherzigen sollte. "Er ist Kristallisations- und Drehpunkt der kirchlichen Abläufe und für Beziehungen der Menschen", sagte Kreidler.

So schwierig die Suche nach Kandidaten, so problemlos die Wahl selbst. 62 von 84 Mitgliedern der Wahlversammlung waren anwesend. Alle stimmten für den 46-jährigen Kloos. Talgner wurde mit 59 Ja- und einer Neinstimme gewählt, Weber bekam 52 Stimmen, drei Vertreter votierten dagegen. Die restlichen Stimmen waren jeweils Enthaltungen.

Kloos, der aus Altmannshofen im Kreis Ravensburg stammt, ist seit vergangenem September Pfarrer in Wiblingen. Zuvor war er von 2001 an Pfarrer in Backnang, zudem sieben Jahre lang stellvertretender Dekan im Remstal. In diese Zeit fiel der Amoklauf von Winnenden im März 2009, zu der Zeit war Kloos als Administrator für die dortige Pfarrei zuständig. Letztendlich sei der Vorfall über die Kräfte hinausgegangen. Mit seiner Wahl wolle er seine Dekanats-Erfahrungen einbringen, sagte Kloos. Nun sei er wie auf einem Pilgerweg unterwegs. "Man hat zwar einen Plan, aber was genau kommt, erfahren wir erst unterwegs", sagte Kloos und bat darum, sich bei Zweifeln und Schwierigkeiten zusammenzusetzen und nach Lösungen zu suchen.

Die feierliche Einsetzung sowie Verabschiedung des bisherigen Amtsinhabers Hambücher und seiner Stellvertreter Thomas Keller (72) aus Ulm und Reinhold Rampf (69) aus Laichingen ist am 4. März im 19 Uhr in der Kloster-Basilika. Dem Dekanat gehören 90 Kirchengemeinden in 21 Seelsorgeeinheiten an mit knapp 128.000 Katholiken.

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